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Großbrand in Broistedter Sägewerk: Dritter Täter (19) legt Geständnis ab

Polizei Großbrand in Broistedter Sägewerk: Dritter Täter (19) legt Geständnis ab

Broistedt. Nach dem Großbrand in einem Broistedter Sägewerk hat die Polizei einen dritten Mittäter (19) ermittelt. Zwei Haupttäter (19 und 21) befinden sich seit Heiligabend in Haft (PAZ berichtete). Sie haben inzwischen gestanden, mindestens 13 weitere Feuer gelegt zu haben. Bei dem Brand in Broistedt Mitte Dezember war ein Schaden von rund zwölf Millionen Euro entstanden.

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Großbrand im Broistedter Sägewerk: Rund 360 Retter der Feuerwehren aus dem Peiner Land und Salzgitter waren im Einsatz und kämpften stundenlang gegen die Flammen.

Quelle: dpa

Bereits einen Monat zuvor, im November sollen die Täter versucht haben, Feuer in dem Broistedter Sägewerk zu legen. „Das sei jedoch an der mangelhaften Ausführung gescheitert“, sagte Polizei-Sprecher Peter Rathai laut einer Erklärung der Peiner Polizei und der Staatsanwaltschaft Hildesheim.

Der 19-Jährige, der nach Vernehmungen der beiden Haupttäter und weiteren Ermittlungen der Polizei bereits in der vergangenen Woche verhaftet worden war, hat eine Beteiligung an der Brandstiftung gestanden. Er ist mangels Haftgründen aber wieder auf freiem Fuß.

Die beiden anderen Tatverdächtigen sitzen weiter in der Justizvollzugsanstalt. Laut Christina Pannek von der Hildesheimer Staatsanwaltschaft sollen alle Tatverdächtigen Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr aus dem Peiner Südkreis sein, wo sie auch ihren Wohnort haben.

Ein echtes Motiv haben die Täter laut Pannek nicht angegeben. „Sie haben in ihren Vernehmungen aber gesagt, dass sie Brandeinsätze provozieren wollten“, sagte sie. Gezündelt hat das inhaftierte Duo an Containern, Sperrmüll und Strohrundballen. Einzelheiten zu den Taten, wo und wann sie stattgefunden haben, gibt die Staatsanwaltschaft zurzeit nicht bekannt.

In einem der Fälle, die das Duo gestanden hat, haben sie offenbar versucht haben, ein Gebäude in Brand zu stecken. Bei dieser versuchten schweren Brandstiftung soll es sich noch nicht um das Sägewerk gehandelt haben. Die Taten haben die Brandstifter laut Staatsanwaltschaft im südwestlichen Landkreis begangen. „Das war vorwiegend rund um die Gemeinde Ilsede“, sagte Pannek.

pif

INFO

Stellungnahme vom Kreisbrandmeister

„Brandstifter haben in den Reihen der Feuerwehr nichts zu suchen und müssen sofort aus dem Dienst entlassen werden“, sagt Peines Kreisbrandmeister Lothar Gödecke ganz deutlich. Denn Zündeln vertrage sich gar nicht mit dem Auftrag und der Philosophie der Feuerwehr. „Die Peiner Feuerwehren handeln aber zum Glück konsequent“, sagt er. So seien die jungen Feuerwehrleute, die im November einen Rettungswagen verfolgt hatten, der mit Blaulicht und Martinshorn auf einer Einsatzfahrt war (PAZ berichtete), umgehend entlassen worden, bekräftigte Gödecke. Das zeige, dass die Peiner Feuerwehren handlungsfähig sind, wenn sich Mitglieder aus ihren Reihen als „schwarze Schafe“ entpuppen. Ganz sicher sei es nach dem aktuellen Fall aber auch notwendig, dass die Führungskräfte in den Feuerwehren sensibilisiert sind und genau hinschauen, ob sich vereinzelte Kameraden verdächtig machen.

pif

KOMMENTAR

Hut ab vor den Feuerwehren

Die Brandstifter, die in Broistedt das Sägewerk angesteckt und damit einen Schaden in Millionenhöhe angerichtet haben, stammen laut Staatsanwaltschaft aus den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr. Das ist schlimm für die Feuerwehren, wie Kreisbrandmeister Lothar Gödecke sagt. Denn allzu schnell kann es nun heißen: War ja klar, dass die Täter aus der Feuerwehr kommen. Das darf aber nicht passieren.

Denn damit würden wegen der drei mutmaßlichen Straftäter gleich 2841Feuerfrauen und Feuerwehrmänner unter Generalverdacht gestellt. Dabei ist deren Ehrenamt gar nicht hoch genug zu bewerten. Sie sind bereit, einen Dienst an der Allgemeinheit zu leisten, opfern ihre Freizeit für die Ausbildung, Dienste und Übungen, riskieren im Löscheinsatz bei Bränden oder bei Hilfseinsätzen bei Unfällen und vielen anderen Tätigkeiten ihre Gesundheit – manchmal gefährden sie sogar ihr Leben, um andere Menschen zu retten.

Ich jedenfalls ziehe meinen Hut vor der Leistung der Freiwilligen Feuerwehren.

Thorsten Pifan

Text wurde aktualisiert

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