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Gebietsreform 1974: Wie Meerdorf fast ein Ortsteil Peines geworden wäre

Wendeburg-Meerdorf Gebietsreform 1974: Wie Meerdorf fast ein Ortsteil Peines geworden wäre

Meerdorf . Kein Thema wird dieser Tage so viel diskutiert, wie die mögliche Fusion des Landkreises Peine. Aus diesem Anlass hat der Heimatverein Meerdorf in seiner Vereinsschrift „Meerdorfer“ an die Gebietsreform 1974 erinnert, bei der Meerdorf fast zum Ortsteil von Peine geworden wäre.

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Die Karte zur Neugliederung des Raums Braunschweig/Wolfenbüttel/Helmstedt/ Peine/Salzgitter, Stand April 1973: Fast wäre Meerdorf im Zuge der Gebietsreform ’74 ein Stadtteil Peines geworden. Heimatverein

„Die Gemeinden Duttenstedt, Essinghausen und Meerdorf (Landkreis Braunschweig), die Gemeinden [...] werden in die Stadt Peine (Landkreis Peine) eingegliedert“, hieß es im Gesetzesentwurf zur Neugliederung der Gemeinden von 1973.

Als sinnvolle Zuordnung für die Gemeinde Meerdorf, hieß es damals, biete sich nur die Eingliederung in die Stadt Peine an, da mehr als 60 Prozent der Pendler ihren Arbeitsplatz in Peine hätten, wo die Bevölkerung auch überwiegend die schulischen, sozialen und ärztlichen Leistungen in Anspruch nehme. Eine von Meerdorf und Duttenstedt gewünschte Bildung einer selbstständigen Verwaltungseinheit Wendeburg sei in dem Entwurf nicht vorgesehen gewesen.

„Diese Planung scheint schon frühzeitig verinnerlicht worden zu sein, da bereits zuvor, am 4. Dezember 1972, den damaligen neugewählten Bürgermeister von Meerdorf, Wilhelm Walkling, ein Dankesschreiben aus Peine, von Bürgermeister Heinze und Stadtdirektor Boß erreichte“, sagt Heimatvereins-Vorsitzender Bernd Meier.

Doch es kam alles anders: Meerdorf wurde eine Ortschaft der Gemeinde Wendeburg.

Denn obwohl eine von der SPD-Opposition organisierte Volksbefragung in Meerdorf eine Mehrheit für die Angliederung an die Stadt Peine ergeben hatte, stimmte der Gemeinderat Meerdorf mehrheitlich für Wendeburg. „Wilhelm Ebermann, damals in der Opposition in Meerdorf, erinnert sich noch, dass nicht nur die landwirtschaftlichen Belange dabei eine Rolle spielten, sondern durchaus private Gründe Einzelner einen großen Einfluss hatten“, so der Vorsitzende.

Zunächst sei Wendeburg in den Planungen nicht als selbstständige Gemeinde vorgesehen gewesen, sondern der Gemeinde Vechelde zugeschlagen worden. Doch Werner Kirschner, der später Gemeindedirektor in Vechelde wurde, habe die Bildung einer eigenständigen Gemeinde Wendeburg forciert, „um für sich die politischen Mehrheitsverhältnisse in Vechelde zu sichern“, so Meier.

Pünktlich zum 40. Geburtstag der Gemeinde Wendeburg gibt es nun neue Pläne für eine Gebietsreform. Nun ist Hildesheim im Gespräch als Fusionspartner des Landkreises Peine. Doch Meerdorf habe durchaus Anknüpfungspunkte zur 40 Kilometer entfernten Rosenstadt, sagt Meier: „Schließlich liegt dort die Urkunde in der der Ort Meerdorf 1146 erstmals erwähnt wurde.“

rd

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