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Ein Schwärzling im Kaisermantel

Wendeburg Ein Schwärzling im Kaisermantel

Wendeburg. Eine sensationelle Entdeckung machte jetzt Horst-Günter Meier in seinem Garten im Wendeburger Ortsteil Zweidorf. Dort beobachtete der Schmetterlingsexperte einen ganz besonderen Schmetterling: einen sogenannten Schwärzling des Kaisermantels.

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Der Schwärzling des Kaisermantels.

Quelle: Meier

„Wie es Albinos gibt, so gibt es auch Schwärzlinge“, erklärt Meier, der sich von Kindesbeinen an für Schmetterlinge interessiert. Bislang war ein solches Exemplar dieser Schmetterlingsart noch nicht gesichtet worden, dies habe ihm auch ein Experte versichert: Ulrich Lobenstein, der die Rote Liste für Großschmetterlinge in Niedersachsen und Bremen herausgegeben hat. „Er sagte mir: ‚Wenn es noch Sammler geben würde, wäre das eine teure Rarität‘“, schildert Meier.

Dass es sich bei dem dunkelbraun gefärbten Schmetterling um einen normalerweise orangefarbenen Kaisermantel handeln musste, konnte er anhand der Duftschuppenstreifen feststellen. Diese weist nur das Männchen auf, um damit bei der Balz Weibchen anzulocken.

Darüber hinaus machte Meier noch eine außergewöhnliche Beobachtung: Er fotografierte einen weiblichen, graugefärbten Schmetterling des Kaisermantels. „Es ist die gleiche Art, aber ein Weibchen in einem anderen Kleid“, verdeutlicht der Wendeburger. Diese Form heißt „valesina esper“ und wurde benannt nach ihrem Entdecker, dem deutschen Schmetterlingsforscher Eugen Johann Christian Esper. Er sichtete den Schmetterling im Jahr 1798 in Nordfrankreich. „Valesina“ verweist auf den Fundort. „Als der schwedische Naturforscher Carl von Linné 1758 seine Nomenklatur der Tier- und Pflanzenwelt schuf, gab es diesen Schmetterling bei uns noch nicht, sondern nur am Mittelmeer“, erklärt Meier. Er vermutet, dass die Form durch die Klimaerwärmung eingewandert ist.

Der Kaisermantel gehört zu den geschützten Arten, im Tiefland steht er auf der Roten Liste II. Eigentlich ist er ein Waldschmetterling, taucht aber hin und wieder in Städten auf. Das Weibchen legt die Eier an einen Baumstamm, in die Nähe von Waldveilchen, da sich die Raupen davon ernähren. Ungewöhnlich ist, dass sich die Raupen nach dem Schlupf im Laub verkriechen und dort überwintern, ohne vorher Nahrung aufzunehmen.

mir

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