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Deckname „Taube“: Ein Pfarrer als Grenzgänger zwischen Ost und West

Lengede Deckname „Taube“: Ein Pfarrer als Grenzgänger zwischen Ost und West

Woltwiesche. Viele Woltwiescher kennen den Pastor in Ruhe Gerd Meyer noch aus dem örtlichen Pfarrhaus, wo er mit seiner Frau, der langjährigen Pfarrerin Karin Paschold, von 2008 bis Anfang diesen Jahres gewohnt hat. Doch was viele vielleicht nicht wussten: Der heute 80-Jährige war in den 70er- und 80er-Jahren als sogenannter Grenzgänger für die evangelische Kirche tätig. Unter dem Decknamen „Taube“ diente er auf höchster kirchlicher Ebene der Übermittlung von Nachrichten zwischen den evangelischen Kirchenleitungen in West- und Ostdeutschland. Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls hat der Geistliche nun ein Buch geschrieben.

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Grenzkontrolle bei Berlin im Jahre 1972: Der ehemalige Woltwiescher Gerd Meyer (kl. BIld) hat etliche Kontrollen an der deutsch-deutschen Grenze miterlebt. Jetzt hat er ein Buch über seine Erfahrungen geschrieben.

Quelle: A

„Der Einsatz war hoch“, beschreibt Meyer seine brisante Tätigkeit. „Wenn ich geschnappt worden wäre, hätte ich selbst zusehen müssen, wie ich klarkomme.“ Noch riskanter war seine Organisation von Material- und Büchertransporten im großen Stil über die innerdeutsche Grenze. In seinem Buch „Grenzgänger der evangelischen Kirche“ spricht er erstmals über den geheimen Weg in die ehemalige DDR.

Denn um abgehörte Telefongespräche und kontrollierte Post zu umgehen, überschritt der Geistliche ungezählte Male die Grenze zwischen West- und Ostberlin und nahm Mitteilungen, Botschaften sowie Aufgaben persönlich entgegen. Aber nicht nur das: Er tat auch immer neue, teilweise abenteuerliche Wege auf, um kirchliche Hilfsgüter, Dinge des täglichen Bedarfs und vor allem Bücher über die Grenze zu schmuggeln. „Bei meiner Ankunft im Osten wurden dann immer die Oberkirchenräte sofort zusammengerufen“, erinnert sich Meyer. „Taube ist da“ habe dabei der Code gelautet.

Ein Vierteljahrhundert nach dem Mauerfall legt der Geistliche nun Zeugnis darüber ab, wie der innerdeutsche Grenzverkehr funktioniert hat, welche Ängste er und seine Mitstreiter dabei auszustehen hatten und wie es den Menschen im Osten damals erging. Gerade für junge Menschen, die problemloses Reisen ohne Kontrollen und mit nur einer Währung in der Tasche gewohnt sind, sicherlich eine erkenntnisreiche Lektüre. Und so ist es kein Wunder, dass das Buch von vielen Seiten bereits gelobt wurde, so auch von Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber: „Gerd Meyer ist Grenzgänger im wahrsten Sinne des Wortes gewesen: zwischen den Systemen, zwischen den kirchlichen Bürokratien, zwischen den im Glauben Verbundenen, deren Hoffnung und Liebe kein Todesstreifen zerstören konnte.“

Das Buch „Grenzgänger der evangelischen Kirche“ von Gerd Meyer ist im Pro Business Verlag erschienen und kostet 12,90 Euro. Die ISBN lautet 978-3-86386-715-7.

mu

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