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Christel Riemers verlässt das „Alte Landhaus“ in Meerdorf

Wendeburg-Meerdorf Christel Riemers verlässt das „Alte Landhaus“ in Meerdorf

Meerdorf . Es herrscht Aufbruchstimmung im „Alten Landhaus“ in Meerdorf. Seit Mitte des Monats ersetzt der schriftliche Abschiedsgruß von Wirtin Christel Riemers im Schaukasten die Speisekarte. Sie schließe das Haus und verlasse den Ort „sehr schweren Herzens“, ergänzt die 59-jährige Gastronomin, die es mit ihrer Familie vor zwölf Jahren statt an den Ostseestrand nach Meerdorf verschlug.

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Schweren Herzens verlässt Christel Riemers, Gastronomin des „Alten Landhauses“, Meerdorf. Künftig kocht sie in Wendesse.

Quelle: Isabell Massel

Meerdorf sei wirklich „mehr als ein Dorf“, bekräftigt sie und wird nicht müde, unvergessliche Begebenheiten aufzuzählen. Das ermutigende Wort einer Passantin am frühen Morgen des ersten Tages beispielsweise, lange vor der offiziellen Eröffnung, während sie mit dem Unkraut kämpfte.

1983 hatte sie in Hildesheim als Gastronomin ihre Karriere begonnen, wechselte für 15 Jahre nach Giesen bei Hildesheim, bevor sie im Peiner Land sesshaft wurde. Die leidenschaftliche Köchin („bis 150 Gäste bekoche ich allein!“) und begeisterte Hotelbesitzerin („wir hatten immer bis 80 Prozent Auslastung“) stellte sich gerne auch auf die Vorlieben der Meerdorfer ein: lieber Graupen statt Nudeln in der Hochzeitssuppe und Blumenkohl immer butterweich.

Sie sieht sich als Perfektionistin: „In den Zimmern immer gebügelte Bettwäsche und der Duschvorhang nach jedem Auszug zum Reinigen.“ In Top-Zeiten sind bis zu 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, eine Veranstaltung jagt die nächste, die Gäste sind zufrieden, der Betrieb läuft rund.

So hätte es weitergehen können - eigentlich. Bis der 29. Februar 2012 ihr Leben buchstäblich auf den Kopf stellt: ihr Ehemann stirbt unerwartet innerhalb von Minuten an einem Herzinfarkt.

Was darauf folgt, könnte aus der Feder renommierter Dramen-Autoren stammen und berühmten Opernkomponisten als Vorlage dienen. Zermürbende Auseinandersetzungen kosten Kraft und Energie und nähren den allgemeinen Gesprächsstoff im Dorf und lassen den Zustrom der Gäste schrumpfen. Die Gesundheit der Wirtin leidet so stark, dass Krankenhaus-Aufenthalte erforderlich werden. Inzwischen wirkt sie wieder tatendurstig und zuversichtlich.

Seit Juni betreibt Riemers in Wendesse Gaststätte und Hotel „Am Moorkrug“ und möchte ab Anfang Oktober ihre Gäste täglich von dem profitieren lassen, was sie einst bei ihrer Mutter gelernt und in vielen Berufsjahren als Köchin vervollkommnet hat: die Zubereitung sowohl von Spezialitäten als auch Hausmannskost - „ausschließlich aus frischen Zutaten aus der Region“, fügt sie hinzu und dass sie genau wisse, wo im Peiner Land ihr Brauner Kohl auf den ersten Frost warte, die Kartoffeln gerade gerodet würden und der nächste Spargel sozusagen aus der Nachbarschaft komme.

Ihr Restaurantleiter, ihr Koch und ihre Tochter als Hotelfachfrau sind ihr aus den Meerdorfer Zeiten treu geblieben. Und so werde sich auch an der in Meerdorf bewährten Speisekarte nicht viel ändern.

Auf Wunsch gibt es übrigens auch Hühnersuppe, speziell nach einem Rezept der heiligen Hildegard von Bingen. Verfeinert ausschließlich durch die kulinarische Erfahrung von Christel Riemers.

  • Neue Betreiber des „Alten Landhauses“ sind Detlef und Lars Jahns.

uj

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