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Bauchweh vor Lachen mit Puppenflüsterer

Meerdorf Bauchweh vor Lachen mit Puppenflüsterer

Meerdorf. Es ist eine uralte Verbal-Kunst, die zwar mit dem Bauch in Verbindung gebracht wird, aber in Wirklichkeit nur bedingt damit zu tun hat. Denn nur beim Kunst-Verbraucher kommt sie oft im Bauch an und verursacht dort günstigstenfalls ungefährliche Schmerzen, die durch Gelächter vom Zwerchfell ausstrahlen und womöglich sogar Tränenfluss auslösen: Im Meerdorfer „teatr dach“ trafen Bauchredner Benjamin Tomkins und sein bauchschmerzanfälliges Publikum aufeinander und schienen nicht genug voneinander zu bekommen.

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Viel zu Lachen hatte das Publikum mit Bauchredner Benjamin Tomkins und der sympathisch-begriffsstutzigen Stubenfliege „Der Hildegard“.

Quelle: rb

Schon nach wenigen Momenten steht fest: Der Mann liebt seinen Traumberuf, den er mühelos und sprichwörtlich mit Leben erfüllt. Und wie!

Die Kunst, ohne Lippenbewegung zu sprechen, ist das Eine. Tomkins kombiniert diese Fertigkeit wahlweise mit schwarzem, skurrilem, absurdem Humor, der Welten entfernt ist von üblicher löschblattflacher TV-Comedy.

Mit Anekdötchen über im Alltag gebräuchliche Bauchrednerei wärmt er plaudernd sein Publikum auf: Wenn er einer Hochschwangeren zuflüstert: „Mami, lass mich raus!“, sprechende Frühstückseier den Tischnachbarn als „Ei-Phon“ vorstellt oder beim Postamt ein Paket mit einem sprechenden Papagei kurzerhand auf Versandgröße zusammendrückt. Ergebnis: Das Publikum hält sich selbst den Bauch.

Wenn er aber seine Puppen leben lässt, schnappt das Publikum vor Lachen nach Luft. Während „Der Hildegard“, eine sympathisch-begriffsstutzige Stubenfliege, fast noch als bauchrednerischer Normalfall durchgeht, ist „der alte Sack“, dieser cholerische Überbringer sadistischer Hiobsbotschaften und Sinn suchender Philosoph bereits einer der „Überkocher“. Oder die schüchterne Schildkröte Henriette, die nicht nur englisch singt, sondern auch schnell und falsch rechnet.

Tomkins jongliert punktgenau mit Illusionen, wirft wilde Wortakrobatik darunter und - grandioser Einfall - lässt das Publikum sogar seine stillen Gedanken mithören.

Ob er das Kinderlied „Hoppe-hoppe-Reiter“ literarisch analysiert, über die Erfindung des Geflügeldöners singt (er singt nicht schlecht!), oder Kindheitserinnerungen einbringt wie „Bis zum zehnten Lebensjahr glaubte ich, mein Vorname sei ‚Freundchen’“: im Parkett wird dauerhaft und polyphon in unterschiedlichen Tonlagen gegluckst, aufgelacht, gekichert.

Und wenn das Publikum mitleidig reagiert, wenn der Künstler das soeben noch entzückende süße Häschen Muckel plötzlich achtlos hinter sich wirft, gibt lässt Tomkins die Illusionen zusammensacken, wie einen schlaffen Luftballon: „Sie haben Mitleid mit einem Handschuh?“ Kurzkritik: Bauchweh vor Lachen!

uj

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