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Baas wirft Land Verzögerungstaktik vor

IGS Lengede Baas wirft Land Verzögerungstaktik vor

Gibt es eine zweite Elternbefragung zur Integrierten Gesamtschule in Lengede? Das prüft derzeit die Kreisverwaltung vor dem Hintergrund, dass die Landesschulbehörde angekündigt hat, den Antrag des Landkreises Peine abzulehnen.

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Bleibt die Hauptschule in Lengede erhalten oder kommt die Gesamtschule doch noch? Die Landesschulbehörde wertet die Beteiligung von 50 Prozent bei der Elternbefragung als Votum gegen die die Gesamtschule.

Quelle: Archiv: im

Lengede. Wollen die Eltern eine Integrierte Gesamtschule in Lengede oder nicht? An der ersten Befragung hatten sich 50 Prozent der angeschriebenen Eltern beteiligt. Das wertet die Landesschulbehörde als Votum gegen die Gesamtschule und für das dreigliedrige Schulsystem. Mit einer weiteren Befragung, so die Hoffnung der Kreisverwaltung, könnte eine höhere Beteiligung erreicht werden.

Das sieht Lengedes Bürgermeister Hans-Hermann Baas (SPD) anders: „Ich halte eine weitere Befragung für überflüssig. Die Lengeder Eltern werden sich fragen: Warum schon wieder?“ Eltern, die sich bereits für eine Gesamtschule in Lengede ausgesprochen hätten, würden es vielleicht nicht für notwendig halten, nochmals für die Gesamtschule abzustimmen.

Eltern gezielt ansprechen

„Es ist eine schwierig zu vermittelnde Situation“, sagt Baas. „Viele Eltern waren überzeugt, dass die IGS kommt, weil sie hier vor Ort beschlossen wurde. Dass sie aber letztendlich von der Landesschulbehörde genehmigt werden muss, war vielen nicht klar.“ Er hätte es begrüßt, wenn die erste Befragung personalisiert durchgeführt worden wäre: „Dann hätte man jetzt gezielt die Eltern ansprechen können, die ihren Fragebogen nicht zurückgegeben haben.“

Für den Lengeder Bürgermeister belegen die Prognosezahlen für die kommenden 15 Jahre eindeutig, dass der Bedarf für eine Gesamtschule vorhanden ist. Das Land sieht aber bereits vom Schuljahr 2016/17 an Probleme, den Sollwert von mindestens 130 Schülern pro Jahrgang zu erfüllen. „Ich halte die Hochrechnungen des Landes für eigenartig, da die Kinder ja noch gar nicht geboren sind“, sagt Baas. Allein die 200 Schüler, die für dieses Schuljahr an der Gesamtschule Vöhrum abgelehnt worden seien, belegen den Bedarf einer zweiten Gesamtschule. „Die Zulaufquote wird in den Hochrechnungen der Landesschulbehörde nicht berücksichtigt. Das ist nach unserer Auffassung eindeutig falsch.“ Er kritisiert vor allem, dass „die Interessenlage der Eltern nicht berücksichtigt wird. Das Interesse an einem IGS-Platz ist in den vergangenen Jahren gewachsen.“ Außerdem wirft er der Landesregierung vor: „Es wird bewusst eine Verzögerungstaktik eingesetzt.“ Tatsächlich wird die Zeit für die Gesamtschule in Lengede knapp, denn die Schule sollte im Sommer 2010 ihren Betrieb aufnehmen.

„Wir wollen alle politischen Hebel nutzen, dass die Gesamtschule genehmigt wird“, betont Baas. Der SPD-Politiker hat bereits einen offenen Brief an die Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) geschrieben, die zudem die für Lengede zuständige CDU-Landtagsabgeordnete ist. Er betont: „Wir werden die Ministerin immer wieder ansprechen, damit sie ihren Einfluss positiv für den Standort Lengede einsetzt.“ Zudem wolle die Gemeinde versuchen, weitere Landtagsabgeordnete in der Region Braunschweig für die Gesamtschule zu gewinnen. Aufgabe des Landkreises Peine als Antragssteller sei es, mit der Landesschulbehörde zu diskutieren.

Für Freitag, 23. Oktober, ruft die Elterninitiative „IGS Lengede“ zu einer Demonstration für die Integrierte Gesamtschule auf. Der Protestzug startet um 13 Uhr auf dem Rewe-Parkplatz und zieht einmal durch die Ortschaft, bevor gegen 15 Uhr auf dem Schulhof der Hauptschule eine Kundgebung stattfinden.

web

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