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BUND wirft Kreis Rechtsverletzung vor

Gefällte Eschen im Meerdorfer Holz BUND wirft Kreis Rechtsverletzung vor

Massive Kritik an der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Peine kommt vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Niedersachsen. Der Vorwurf: „Es wurde unrechtmäßig die Genehmigung erteilt, im Meerdorfer Holz auf einer mehr als zwei Hektar großen Fläche durch einen großen Kahlschlag ein gesetzlich geschütztes Biotop zu zerstören.“ Der Landkreis Peine widerspricht.

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Deutlich sind abgestorbene Äste an der Krone einer Esche zu erkennen.

Quelle: Symbolfoto

Meerdorf. „Es handelt sich bei der Fläche um ein besonders geschütztes Areal, das sowohl als Landschaftsschutzgebiet als auch als Schutzgebiet nach der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie nach europäischen Recht ausgewiesen ist“, sagt Karl-Friedrich Weber, waldpolitischer Sprecher des BUND Niedersachsen.

Das Biotop sei von der zuständigen Landesfachbehörde als Eschen-Sumpfwald kartiert worden. „Die Eschen sind von einer Pilzerkrankung befallen, die zum Triebsterben führt. Doch um eine Ausbreitung zu vermeiden, ist ein Kahlschlag wie im Meerdorfer Holz forstfachlich nicht akzeptabel und unüblich“, sagt Weber. Zudem sei auch die entstandene Freifläche maschinell nivelliert worden, so dass wertvoller Lebensraum im Waldboden zerstört worden sei. Unter anderem sei ein Standort seltener Orchideen betroffen.

Der Landkreis habe einen Antrag der Forstgenossenschaft, in deren Besitz sich das Waldstück befindet, genehmigt und eine so genannte Befreiung erteilt. Begründet worden sei das mit „dem überwiegenden öffentlichen Interesse“, so Weber, „das können wir nicht nachvollziehen, denn das öffentliche Interesse an diesem Areal ist ganz eindeutig der Naturschutz.“

Wenn in derart geschützten Gebieten solche Vorhaben geplant würden, müsse es zuvor Abwägungen und Prüfungen geben, zudem müssten die Umweltschutzverbände beteiligt werden. Das sei gesetzlich vorgeschrieben. „Alles das hat nach meinem Kenntnisstand nicht stattgefunden“, moniert der Experte das Vorgehen des Landkreises. Zu diesem Schluss sei er durch Akteneinsicht gekommen. Der Einschlag habe offenbar schon im vergangenen Spätsommer stattgefunden. Der BUND habe durch im Meerdorfer Wald tätige Naturschützer davon erfahren und hält den Vorfall „für einen gravierenden Fall von Rechtsverletzungen in Schutzgebieten“.

Reaktion des Kreises Peine

Die Schadsymptome des Eschentrieb-Sterbens (siehe Kasten) würden sich zunehmend auch in den Eschen-Beständen im Peiner Land zeigen, erklärt der Landkreis Peine auf Nachfrage der PAZ.

Auf einer etwa zwei Hektar großen Fläche im Meerdorfer Holz sei im letzten Sommer ein Totalbefall festgestellt worden. „Da sich der Pilz von den befallenen Bäumen durch Sporen weiter verbreitet, hat sich die Forstgenossenschaft Meerdorf nach Rücksprache mit unserer Unteren Naturschutzbehörde entschlossen, die Eschen auf der Fläche komplett zu entfernen“, erklärt Kreis-Sprecher Henrik Kühn.

Der Verordnung des Landschaftsschutzgebietes „Meerdorfer Holz“ zufolge aber seien Kahlschläge von über einem Hektar Flächengröße verboten.

„Nach entsprechender Prüfung durch unsere Untere Naturschutzbehörde konnten wir für diese Maßnahme jedoch aus den geschilderten und nachvollziehbaren Gründen eine Befreiung von diesem Verbot erteilen“, erläutert der Presse-Sprecher.

Der betroffene Lebensraumtyp nach der FFH-Richtlinie sei der „Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald“. Deshalb werde die Fläche vor allem mit der Stieleiche wieder aufgeforstet. Das biete sich auch deshalb an, weil die Eiche in ihrer Jugendphase viel Licht benötige und so bei kleinen Auflichtungen als Neuaufforstung oft nicht gut wachse.

Mitunter werde auf der gleichen Fläche auch ein Vorkommen der Waldhyazinthe, einer heimischen Orchideenart, vermutet. Diese Orchidee habe die zuständige Landesbehörde für das Meerdorfer Holz kartiert, allerdings nicht auf der betroffenen Fläche.

„Zwischenzeitlich hat es mehrere Treffen von Vertretern des BUND mit dem Forstamt Wolfenbüttel und der Forstgenossenschaft Meerdorf gegeben. Es wurden Maßnahmen vereinbart, die hoffentlich dazu führen werden, dass die Orchideen auch im nächsten Jahr zur Blüte kommen“, so Kühn abschließend.

wos

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