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Ausstellung zeigt Stadt-Ansichten aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges

Vechelde Ausstellung zeigt Stadt-Ansichten aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges

Vechelde. „Wissen ist das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt“, zitiert Georg Meyer die Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach und spielt damit auf seine neue Ausstellung an, die am Montag, 10. November, um 19 Uhr im Restaurant Fehtlon in Vechelde eröffnet wird.

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Fehtlon-Inhaber Nasmir Adrovic stellt die Räume, Georg Meyer (r.) die Bilder und Künstlerbücher - seine neue Ausstellung beschäftigt sich mit dem Herzogtum Braunschweig in der Topographia Germaniae.

Quelle: mir

Thema der Bilderschau ist das Herzogtum Braunschweig in der Topographia Germaniae. Die Topographia Germaniae ist eines der Hauptwerke des Kupferstechers Matthäus Merian. Gezeigt werden darin mehr als 2000 Ansichten von Städten, Klöstern und Burgen des Heiligen Römischen Reiches - bis heute gilt es als eines der bedeutendsten Werke der geografischen Illustration.

„Entstanden ist das Werk während des Dreißigjährigen Krieges, es umfasst 30 Bände“ erklärt Meyer. „August der Jüngere hat verlangt, dass das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg einen eigenen Bildband erhält.“ August der Jüngere (1579 bis 1666) war Herzog zu Braunschweig-Lüneburg und regierte von 1635 bis zu seinem Tode. „Er war der Urgroßvater von unserem Herzog Ferdinand“, weiß der 76-jährige Pensionär zu berichten. August der Jüngere galt als einer der gelehrtesten Fürsten seiner Zeit. „Er hatte eine umfangreiche Büchersammlung - als er 1666 in Wolfenbüttel starb, hinterließ er 116 000 Handschriften und Bücher“, berichtet Meyer. „Und es ist durch Notizen in den Büchern nachgewiesen, dass er jeden Band persönlich in der Hand hatte.“

Es sind solche Informationen, die die Ausstellung des Sierßers so interessant machen - er weiß die Geschichte hinter den ausgestellten Radierungen und Kupferstichen zu erzählen. Insgesamt 56 Bilder, darunter auch Karten und erläuternde Texte, die im Original einst Justus Georg Schottelius - als Prinzenerzieher in den Diensten von August des Jüngeren - zu den Stichen Merians schrieb und die Meyer zum besseren Verständnis bearbeitet hat, sind im Fehtlon zu sehen. Es gibt Stadtansichten von Braunschweig, Wolfenbüttel, Gifhorn, Helmstedt und vielen mehr, „nur von Peine gibt es leider keinen Stich“, bedauert Meyer. Die Zeichnungen, auf denen die Kupferstiche basieren, stammen von Conrad Buno. „Er ist drei Jahre lang durch das Herzogtum gezogen und hat Stadtansichten gezeichnet“, schildert Meyer. Unter den Bildern finden sich auch Gartenansichten - bezugnehmend auf den Vechelder Schlosspark direkt vor der Tür.

Ein Jahr lang hat Meyer an der Ausstellung gearbeitet und nebenbei auch noch Künstlerbücher erstellt. „Es sind sozusagen Abfallprodukte“, sagt er mit einem Lachen.

Warum es gerade die Topographia Germaniae sein musste? „Mein früherer Chef bei einer Braunschweiger Briefmarkenfirma, bei der ich vor 40 Jahren gearbeitet habe, hat mich darauf gebracht“, erklärt er. Zudem habe das Werk die Möglichkeit eröffnet, Städte zu sehen, ohne dorthin reisen zu müssen.

Die Zusammenarbeit mit dem Restaurant Fehtlon hat sich als fruchtbar für beide Seiten herausgestellt: „Unsere Gäste waren immer positiv überrascht und sind neugierig auf die nächste Ausstellung“, erklärt Fehtlon-Inhaber Nasmir Adrovic. „Die Infos, die man hier bekommt, müsste man sonst jahrelang suchen.“

mir

  • Die Eröffnung ist am Montag, 10. November, um 19 Uhr im Fehtlon, Hildesheimer Straße 5. Wer sich für eine Führung interessiert, kann sich im Fehtlon unter 05302/8056966 oder bei Georg Meyer unter 05302/2998 melden. Die Ausstellung ist bis zum 31. Januar zu sehen.
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