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Anzug und Kleid für Schnaps und Schmalz

Wendeburg Anzug und Kleid für Schnaps und Schmalz

Meerdorf. Wie war das eigentlich früher mit der Konfirmation? Wie wurde sie in der Nachkriegszeit gefeiert? Die PAZ traf zwei Konfirmanten von damals.

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Können sich noch gut an ihre Konfirmation vor knapp 70 Jahren erinnern: Margarete und Walter Geermann.

Quelle: im

Vor knapp 70 Jahren wurden sie konfirmiert, kürzlich feierten die Eheleute Margarete und Walter Geermann aus Meerdorf mit anderen Jubilaren die Erinnerung an diesen Tag mit einem Gottesdienst und fröhlichem Beisammensein.

Ausgelassen sei es gewesen damals bei der Konfirmationsfeier (er: 1947, sie: 1948) trotz der mageren Nachkriegsjahre, berichten die Eheleute.

Margarete stammt aus Braunschweig und kam am 18. November 1944 als elfjähriges Mädchen eher unfreiwillig nach Meerdorf. „Wir waren ausgebombt und wurden evakuiert.“

Einer ihrer Brüder freundet sich mit dem zwölfjährigen Walter Geermann an. „Mit 15 hatte ich ihn dann“, sagt Margarete und lacht. Als Konfirmand und Konfirmandin hatten sie zunächst aber anderes im Kopf, als zarte Bande zu knüpfen.

„Kirchenlieder auswendig lernen, die zehn Gebote in der richtigen Reihenfolge aufsagen und das Glaubensbekenntnis“, zählen sie auf. Neu sei ihnen das übrigens nicht gewesen, auch während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft achteten ihre Eltern jeweils auch auf die Wahrung christlicher Werte.

Am Sonntag vor den Konfirmationsgottesdiensten sei der eingepaukte Glaubensstoff im Gottesdienst offiziell abgefragt worden. „Da war die Kirche viel besser besucht als an anderen Sonntagen“, erinnert sich Margarete Geermann an ihr Prüfungs-Herzklopfen von damals.

Den Namen des damaligen Pastors wird besonders Margarete nicht vergessen, ist er ihr doch im Wortsinne in schmerzhafter Erinnerung geblieben.

„Pastor Schröder-Panter hat mir drei Wochen vor der Konfirmation im Konfirmanden-Unterricht aus nichtigem Grund eine Ohrfeige gegeben“. Das junge Mädchen schämt sich zutiefst und empfindet die Demütigung als Schande („meine Eltern haben mich nie geschlagen“). Bis heute wirft diese Handgreiflichkeit einen, mittlerweile verblassenden, Schatten auf ihre sonst „sehr schönen“ Konfirmationserinnerungen.

Gern erinnert sie sich an ihr „wunderschönes gebrauchtes schwarzes Konfirmationskleid mit dem weißen Kragen“, das zu ergattern für ihre Mutter nicht leicht gewesen sei und gegen Schmalz und Rübensaft eingetauscht wurde.

Eine große Flasche Rübenschnaps ließen hingegen die Geermanns springen, um im Jahr zuvor Walters Konfirmations-Anzug zu organisieren.

Überhaupt: Rübenschnaps Marke Eigenbau. Damals, so erinnern sich die Eheleute, galt der Selbstgebrannte als der Stimmungsaufheller für viele Situationen. „Ein Meerdorfer Drogist hatte sogar unterschiedliche Geschmacksstoffe ausgetüftelt und mischte sie auf Wunsch unter“. Die bescheidenen Konfirmations-Präsente in der Nachkriegszeit lassen sich an einer Hand abzählen: warmes Unterzeug und Kniestrümpfe.

Margarete denkt an ihren Konfirmationsspruch noch heute: „Befiehl dem Herrn deine Wege“. Daran haben sich die Geermanns offenbar gehalten, denn das nächste große kirchliche Familienfest feierten die ehemaligen Konfirmanden dann gemeinsam: ihre Hochzeit, die sich im kommenden Mai zum 60. Mal jährt.

uj

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