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Angeklagter (27) gesteht Brandstiftungen

Wendeburg-Neubrück Angeklagter (27) gesteht Brandstiftungen

Braunschweig. Weil er fünf Brände in Neubrück und Umgebung gelegt haben soll, muss sich ein 27-Jähriger vor dem Braunschweiger Landgericht verantworten. Der Angeklagte ist in vollem Umfang geständig. Zum Prozessauftakt am vergangenen Mittwoch sagte er vor der Großen Strafkammer aus.

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Im Mai 2008 soll der Angeklagte dieses leerstehende Haus in Neubrück angezündet haben.

Quelle: Archiv

Die erste Brandstiftung ereignete sich im Mai 2008. Der Angeklagte drang in ein leerstehendes Einfamilienhaus ein, entzündete eine mitgebrachte Flasche Benzin. Sachschaden: circa 30 000 Euro. Im Juli 2008 betrat er dasselbe Grundstück und versuchte in einem Scheunentrakt ein Feuer zu legen, was misslang. Im September 2008 zündete er in Groß Schwülper 30 Rundballen Stroh an, nur drei Wochen später warf er einen Molotowcocktail an die Haustür eines leerstehenden Wohnhauses. Die Serie setzte sich dann erst im Mai 2013 fort, als der Angeklagte am frühen Morgen einen Seat Ibiza in Brand setzte und seinen Sachschaden von rund 12 000 Euro verursachte.

Alle Taten gab der Angeklagte zu. In 2008 habe er enorme Differenzen mit seinem Stiefvater gehabt. Zudem seien zwei enge Vertraute verstorben, er habe Probleme in seinem Ausbildungsbetrieb gehabt und Liebeskummer. In Kombination mit Feierlichkeiten und einem sehr hohen Alkoholkonsum sei es dann zu den Brandstiftungen gekommen. „Ich weiß auch nicht, was mich da geritten hat“, erklärte der 27-Jährige. „Ich wollte nie jemanden verletzen. Den Sachschaden habe ich nicht bedacht.“

Die „ruhige“ Zeit zwischen 2008 und 2013 erklärte er damit, dass er dann bei der Bundeswehr war, eine feste Freundin hatte und feiern mit Alkoholkonsum nicht im Fokus stand. Zu dem Rückfall sei es aufgrund sehr starken Alkoholgenusses und erneutem Liebeskummer gekommen. „Ich kann mich gar nicht mehr richtig an den Tag erinnern, so voll war ich“, hieß es vor Gericht. Zudem sagte er aus, habe das Auto anzünden gar nicht funktioniert. Als er ging habe er keinen Qualm oder Flammen gesehen und wunderte sich, dass das Auto später doch in Flammen stand.

Der Angeklagte war zur Zeit der Brandstiftungen Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und war auch bei einigen Löscheinsätzen dabei. Allerdings spielte er nur eine „Nebenrolle“ und habe nicht aktiv beim Löschen geholfen. Derzeit lebt er in Oldenburg und geht einem geregelten Leben nach. Er hat einen Job, eine eigene Wohnung, einen neuen Freundeskreis. Nach eigenen Aussagen ginge es ihm jetzt gut, auch seelisch. „Als der Polizeibeamte wegen dem Auto kam und eine Zeugenaussage von mir wollte, weil das in meiner Wohnstraße passierte, hatte ich sofort ein Vertrauensverhältnis zu ihm und dachte mir, jetzt mache ich reinen Tisch. Mich belastete das sehr“, sagte er abschließend.

Am kommenden Freitag wird der Prozess in Braunschweig fortgesetzt. Dann wird neben zahlreichen Zeugen auch ein psychologischer Gutachter gehört.

bol

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