Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
987 000 Euro Sozialabgaben für Scheinselbstständige einbehalten?

Lengede 987 000 Euro Sozialabgaben für Scheinselbstständige einbehalten?

Hildesheim/Lengede. Durch den Einsatz von Scheinselbstständigen soll ein 56-Jähriger aus dem Landkreis Peine in den Jahren 2004 bis 2009 Sozialabgaben in Höhe von 987 000 Euro einbehalten haben, die für seine Mitarbeiter fällig geworden wären. Wegen des Vorenthaltens von Arbeitsentgelt in 408 Fällen, vor allem auch im Raum Lengede, ist er nun vor der 3. Großen Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Hildesheim angeklagt.

Voriger Artikel
„Trassensanierung durch VW begünstigt Reaktivierung für Personenzüge“
Nächster Artikel
Generationenhilfe Lengede plant ein großes Helfertreffen

Der Fall wird vor dem Landgericht in Hildesheim verhandelt.

Quelle: A

Zu Beginn der Verhandlung schlossen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung einen Deal: Im Falle eines umfassenden Geständnisses kommt der 56-Jährige mit einer Freiheitsstrafe nicht über zwei Jahren davon, die zur Bewährung ausgesetzt wird.

Der Angeklagte war als Regionalbeauftragter für ein Unternehmen tätig gewesen, das als Dienstleister Prüfaufgaben zur Qualitätskontrolle vor allem für die Automobilindustrie übernimmt. Wie Stephan Loheit, Pressesprecher am Landgericht, mitteilte, laufen Ermittlungen gegen Regionalbeauftragte in ganz Deutschland, die offenbar alle nach ähnlichem Prinzip arbeiteten. Auch gegen einen der Geschäftsführer des Unternehmens, der als Kopf dieses Systems gelte, sei Anklage erhoben worden. Oberstaatsanwalt Manfred Knothe erklärte, vier Männer seien anderswo in Deutschland bereits zu Bewährungsstrafen verurteilt worden.

Die Regionalgeschäftsführer hatten als Subunternehmer Arbeitsaufträge erhalten, die sie von angeblich selbstständigen Mitarbeitern ausführen ließen. Diese mussten Arbeitsprotokolle fertigen und wöchentlich Rechnungen ausstellen. Dies sei typisch für ein Angestelltenverhältnis und nicht etwa für Selbstständigkeit, sagte die Vorsitzende Richterin Barbara Loewenthal. Annähernd 50 Mitarbeiter waren in diesem System tätig. Für jeden Mitarbeiter gilt jeder Monat, an dem keine Beiträge an die Krankenkasse abgeführt wurden, als eine Tat. Da sich die Anklage auf einen Zeitraum von fünf Jahren bezieht, kommt die hohe Zahl von 408 Fällen zustande. Die Kammer hatte 20 Verhandlungstage bis in den November hinein angesetzt. Ein umfassendes Geständnis, wie es Teil der Vereinbarung ist, werde die Prozessdauer aber verkürzen, so Sprecher Loheit. Das Gericht werde unter anderem Vertreter des Finanzamtes, der Rentenversicherung und auch betroffene Mitarbeiter als Zeugen hören. Den zweiten Verhandlungstag gestern hatte die Kammer mit Rücksicht auf einen wichtigen Termin des Angeklagten aufgehoben. Der Prozess wird am Mittwoch, 14. August, fortgesetzt.

bar

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Konzert für Schüler in Ilsede
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung