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21-jähriger Lengeder muss in Haft

Landgericht Hildesheim 21-jähriger Lengeder muss in Haft

Urteilsbegründung: „Der Angeklagte hat bei jeder sich bietenden Gelegenheit eine Straftat begangen“ – Vorwürfe: Körperverletzung, Betrug, Erpressung und andere Delikte

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Der Angeklagte in Begleitung eines Justizbeamten auf dem Weg zur Urteilsverkündung.

Quelle: Wiebke Barth

Lengede/Hildesheim. Wegen 29 Straftaten hat die Jugendkammer des Hildesheimer Landgerichts einen 21-Jährigen aus Lengede zu zwei Jahren und neun Monaten Jugendhaft verurteilt und 21 500 Euro Wertersatzverfall angeordnet.

Der Mann beging die Taten in den Jahren 2014 bis 2016 als Heranwachsender, wegen Reifeverzögerungen wurde Jugendrecht angewandt. Das Urteil bewegt sich zwischen dem Antrag der Staatsanwaltschaft (drei Jahre) und dem Antrag des Verteidigers (zwei Jahre, drei Monate).

Verteidiger Dr. Nicolas Alexander Frühsorger hatte als strafmindernd angeführt, dass der junge Mann viel zu lange mit seinen Taten davongekommen sei, ohne juristische Folgen zu spüren.

Einen der schwersten Vorwürfe bestritt die Verteidigung: Der Angeklagte sei nicht derjenige gewesen, der nach einer Taxifahrt von Porta Westfalica nach Salzgitter die Fahrerin mit einem Messer bedrohte, um das vorab bezahlte Fahrgeld zurückzuerlangen. Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Barbara Heidner sah dies aber durch Zeugenaussagen und Handydaten als bewiesen an.

Bei Betrugstaten, bei denen Geld für Dacharbeiten kassiert wurde, die nie erfolgten, habe sein Mandant auf Weisung seines Vaters nur als Gehilfe gehandelt, führte Frühsorger außerdem an. Auch hier folgte das Gericht ihm nicht. Es sei der Angeklagte gewesen, der bei den Kunden auftrat, Forderungen stellte und Geld bar kassierte.

Zu den vorgeworfenen Taten zählen außerdem Diebstahl und versuchter Diebstahl, Zechprellerei und Betrug sowie gefährliche Körperverletzung: Er soll zusammen mit einem Mittäter einen Mann zusammengeschlagen und getreten haben. Einem Autofahrer, über den er sich geärgert hatte, drohte er vor dessen Kindern, ihn zu erschlagen. Selbst wurde er wiederholt mit einem gefälschten Führerschein erwischt. Der Angeklagte habe „bei jeder sich bietenden Gelegenheit eine Straftat begangen“, hieß es in der Urteilsbegründung.

Verteidiger Frühsorger hatte auch den kulturellen Hintergrund des jungen Mannes ins Feld geführt, der aus einer Sinti-Familie stammt. Es habe einen Wettstreit unter den jungen Männern gegeben, wer das meiste Geld nach Hause bringe und damit das meiste Ansehen erlange.

Die Vorsitzende Richterin widersprach in der Urteilsbegründung: Der 21-Jährige sei in Deutschland aufgewachsen und zur Schule gegangen, er kenne die herrschenden Normen.

Von Wiebke Barth

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