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17 prächtige Wappen für ein Tor

Vechelde 17 prächtige Wappen für ein Tor

Vechelde. Studien menschlicher Körper bedecken die Wände, in der Zimmermitte liegt auf einem Podest eine weiße Platte. Das Wort „Vechelde“ ist hineingeritzt, darunter sind drei bereits grob aus dem Material herausgearbeitete Blumen zu sehen: Hier in einer leerstehenden Wohnung, direkt über seiner eigenen, arbeitet der Vechelder Bildhauer Holger Lassen an einer Auftragsarbeit für die Gemeinde Vechelde. Der 48-Jährige gestaltet die 17 prächtigen Wappen der Ortschaften der Gemeinde Vechelde für das „Tor der Ortschaften“, das am Bahnhof errichtet werden soll.

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16 Gips-Wappen hat Holger Lassen bereits fertig gestellt - mit ihrer Hilfe werden später Formen hergestellt, in die die Bronze-Wappen gegossen werden.

Quelle: web

Dafür fertigt der Künstler, der aus Nürnberg stammt, Negativ-Vorlagen aus Gips an, mit deren Hilfe später die Bronzewappen gegossen werden. Die Gipsplatten haben etwa Din-A4-Größe, darauf zeichnet Lassen mit Schablonen die einzelnen Wappenmotive auf, die er hinterher mit einem eigens dafür hergestellten Werkzeug herauskratzt. „Ich habe dafür Nägel platt geklopft und vorne angeschärft“, erklärt der Künstler. Größere Teile werden mit einem Stemmeisen entfernt.

Auch wenn bei dieser Arbeit die künstlerische Freiheit gering ist - schließlich handelt es sich um vorgegebene Motive - sei sie anspruchsvoll, erklärt der gelernte Steinmetz. Schließlich gelte es eine Gestaltungslinie zu finden. So hat er sich einer raffinierten Methode bedient, um Farbunterschiede - etwa im Bettmarer Wappen, das ein jeweils zur Hälfte rotes und gelbes Schwert zeigt - sichtbar zu machen, nämlich durch Höhenunterschiede. „Ich habe das Schwert angeschrägt“, erklärt der Bildhauer. „Was ist Grund, was ist Figur? Das versuche ich plastisch zu lösen.“

Etwa zehn bis 15 Stunden benötigt Lassen für ein Wappen. 16 Stück hat er bereits fertig, das Vechelder Wappen hat er sich bis zum Schluss aufgehoben. Erst Ende Februar will er die Bronzewappen in einer Gießerei gießen lassen. Dort entstehen dann aus den Gips-Negativen - entweder im Sandguss- oder im Wachsausschmelzverfahren - die Bronzewappen, die anschließend ziseliert und patiniert werden. Später sollen sich die Wappen wie ein Intarsien-Band am Tor entlangziehen. „Ich probiere das dann vor Ort aus“, sagt Lassen.

Laufkundschaft kommt eher selten in Lassens Atelier, doch auch wenn es manchmal schwer sei, könne er von seiner Kunst leben, erklärt der Familienvater. „Man muss natürlich schauen, dass Aufträge reinkommen.“ Wie etwa jener von einem Investor aus Lousiana (USA) der auf der Suche nach europäischen Bildhauern Lassens Werke im Internet gesehen und daraufhin eine knapp vier Meter hohe Reiterfigur sowie weitere Stücke für eine Hotelanlage mit Geschäftszeile bei dem Vechelder bestellt hatte.

Bevor Lassen seine Figuren erschafft, zeichnet er seine Modelle von mehreren Seiten. Häufig wirken diese ersten Zeichnungen - als Vorstufe der plastischen Arbeiten - wie Baukonstruktionen, fixiert auf Form, Volumen, Perspektive. Es muss schnell gehen: „Oft steht ein Modell nur 120 Sekunden, da muss ich die Form schnell erfassen“, sagt der Bildhauer, der in diesen Momenten voller Anspannung und Konzentration ist. „Man schabt sein Innerstes heraus, muss alles geben, es ist ein Hochleistungssport.“

Schon früh stand für ihn fest, in welche Richtung seine berufliche Zukunft gehen sollte. Als Jugendlicher entdeckte er seine Begabung fürs Zeichnen, nach dem Abitur absolvierte er eine Steinmetzlehre, „und danach war für mich klar, dass ich mich für die Bildhauerklasse bewerbe.“ Nach dem Studium verdiente er sein Geld auf dem Bau oder durch Restaurierungsarbeiten. Nach Vechelde kam Lassen durch seine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für elementares Formen an der Technischen Universität Braunschweig, die er 1999 begann und aus der er viel für seine persönliche Entwicklung mitgenommen hat. „Es hat mich sehr gereizt für einen renommierten Bildhauer wie Professor Weber zu arbeiten.“

web

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