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100 Jahre Erster Weltkrieg: Geschehnisse im Peiner Land

Vechelde-Bodenstedt 100 Jahre Erster Weltkrieg: Geschehnisse im Peiner Land

Bodenstedt . Am vergangenen Montag lauschten rund 25 Gäste dem Vortrag von Dr. Jens Binner. Er referierte im Bodenstedter Museum „ZeitRäume“ über „100 Jahre Erster Weltkrieg - Auswirkungen im ländlichen Raum“.

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Historiker Dr. Jens Binner sprach vor den Gästen im Bodenstedter Museum „ZeitRäume“ über das Thema „100 Jahre Erster Weltkrieg - Auswirkungen auf den ländlichen Raum“.

Quelle: mea

Dr. Christoph Mayer, Vorsitzender des Vereins „ZeitRäume“, begrüßte den Ilseder Historiker, der an der Universität Jena tätig ist: „Persönliche Erinnerungen von Zeitzeugen sind nur noch selten zu finden. Was vom Krieg übrig bleibt, kann man sich auf den zahlreichen Ehrenfriedhöfen bewusst machen.“

Binner zeigte anhand vieler Bilder, dass auch im Peiner Land die Auswirkungen des Krieges spürbar waren. Es gab schon im August 1914 die ersten Einschränkungen. Vor Groß Ilsede seien die Straßen mit Schranken abgesperrt und Kontrollen durchgeführt worden. So schrieb die Peiner Zeitung am 6. August 1914: „Feinde ringsum. - Englands Kriegserklärung“.

Die oft verbreitete Meinung, es herrschte eine allgemeine Kriegseuphorie, kann Binner nicht bestätigen. Viele Menschen im Peiner Land seien sich über die Folgen bewusst gewesen. Ein Klein Ilseder Lehrer schrieb: „Kinder sind nicht mehr zu klein, um Helfer zu sein.“ Die Frauen verrichteten Feldarbeit, gingen Tätigkeiten der Männer nach, einige Tiere wurden beschlagnahmt. Die Männer mussten nach ihrer Einberufung Erfahrungen machen, auf die sie nicht vorbereitet waren.

Der damalige Peiner Bürgermeister Dr. Julius Meyer forderte geringere Preise, als die Nahrungsmittel, vor allem nach dem Winter 1916/1917, knapp wurden. „Die Kaufmannsgilde setzte Höchstpreise fest“, so Binner. Die Brauerei Härke verkaufte ihre Waren nur noch gegen Barzahlung.

Die Zeitung war auch im Peiner Land geprägt von Aufrufen zur Spende und Kriegsanleihe, die häufig ohne Erfolg blieben. Es wurden daraufhin unter anderem 1000 Decken und 2000 Fahrradschläuche beschlagnahmt. Gegen eine kleine Spende erhielten Bürger Nägel und erstellten mit diesen eine eiserne Eule auf dem Marktplatz. „2451 Bürger haben über 16 000 Mark ‚ernagelt‘“, so Binner.

In Peine war das Landwehrbataillon ansässig. Etwa 2000 Männer marschierten die Schützenstraße entlang, die Bodenstedtschule diente als Lazarett, der Hagenmarkt als Übungsplatz. In Bülten, Groß Bülten und Lengede entstanden Kriegsgefangenenlager. „Einige Bürger unternahmen Sonntagsausflüge in die Lager. Auch wenn Peine fern der Front lag, betraf der Krieg alle Bereiche.“ Nach Kriegsende seien alte Strukturen meist wiedergekehrt. Die Frauen, die viel geleistet hatten, erhielten zwar das Wahlrecht, gingen aber wieder ihren alten Tätigkeiten nach.

mea

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