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Vor 25 Jahren: „Euer Dach ist weggeflogen"

Groß Lafferde Vor 25 Jahren: „Euer Dach ist weggeflogen"

Groß Lafferde. „Der Himmel wurde ganz gelb“ - so erinnern sich viele Groß Lafferder an die Windhose, die heute vor 25 Jahren durch Lahstedt und Ilsede zog. „So etwas habe ich danach auch nicht wieder erlebt“, sagt Christa Wehrspaun über den 1. Juli 1988. Sie selbst hat bei dem schlimmen Sturm zwar keinen Schaden am Haus erlitten, aber sie erinnert sich noch genau: „Wie die Pappeln am Sportplatz - und die hatten einen Durchmesser von einem Meter - einfach aus der Erde gerissen wurden“, sagt sie.

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Die Schäden an den Häusern waren beträchtlich – manche Dächer wurden fast komplett abgedeckt.

Quelle: Repro: rb

Chronik einer Verwüstung: Am 1. Juli 1988 ging in den Mittagsstunden in einer etwa 200 bis 300 Meter breiten Schneise von Süd nach Nord eine Windhose durch Groß Lafferde und richtete nicht unerhebliche Schäden an Gebäuden an. Zahlreiche Dächer wurden dabei beschädigt, Bäume abgeknickt und auf die Straße geworfen. Der Verlauf der Windhose reichte dabei entlang der Hindenburgstraße, Klagesstraße, Hermann-Hesse-Straße und östlich davon. Auch der Sportplatz war betroffen: Die dort gewachsenen, den Sportplatz umrandenden Pappeln, fielen allesamt der Windhose zum Opfer.

Am Nachmittag des Julitages begann es zu gewittern, der Wind nahm zu, es wurde stürmisch in Groß Lafferde, erzählt Monika Bako. Ihre Familie wurde von der Windhose besonders böse überrascht. „Wir waren zu dem Zeitpunkt gerade im damaligen Jugoslawien angekommen, wollten mit unseren drei Kindern Urlaub machen“, schildert sie. Doch ein Anruf durchkreuzte die Erholungspläne: „Meine Schwester sagte am Telefon, es würde ein Unwetter über das Dorf ziehen und wir sollten uns abends melden“, erzählt sie. Bei dem späteren Telefonat am Abend dann wurde Veronika Biermann, Bakos Schwester, deutlicher: „Ihr müsst nach Hause kommen. Euer Dach ist weggeflogen.“ Die Bakos, die zu diesem Zeitpunkt nur an einen Schaden am Terrassenvordach dachten, machten sich dennoch auf die strapaziöse Rückreise.

Vor Ort dann der Schock: „Mitten in der Nacht kamen wir an. Unsere ganze Nachbarschaft, der wir bis heute sehr dankbar für ihren Einsatz sind, war am Haus. Sie versuchten mit Decken, Handtüchern und Folien, das Gebäude vor dem Regen zu retten“, erinnert sich Bako. Der Grund für den Einsatz: Die Windhose hatte das Hausdach abgedeckt. Den Groß Lafferdern bot sich ein Bild der Zerstörung: Die oberen Kinderzimmer liefen voll mit Wasser, Fensterscheiben waren zerstört. Der Lafferder Dachdecker Werner Wesche musste mit großen Folien provisorisch aushelfen und sorgte später auch für ein neues Dach.

Aber auch die Biermanns blieben nicht verschont: Ihre Garage wurde vom Vordach eines Balkons zertrümmert, herumfliegende Ziegel zerstörten Fenster und es gab auch noch zwei tote Tiere zu beklagen: Ein Vogel wurde mitsamt seinem Käfig vom Ziegel erschlagen, ein Goldfischglas zerbrach, der Fisch erstickte, auf dem Boden liegend. „Die Tiere waren bei meinem Sohn im Zimmer, der konnte die Tür wegen des Unterdrucks durch den Sturm nicht öffnen und war in seinem Zimmer erst einmal gefangen“, erinnert sich Biermann an die schockierenden Erlebnisse, die sich vor genau 25 Jahren in Groß Lafferde zugetragen haben.

in/sip

Haben Sie auch persönliche Erinnerungen und Fotos von der Naturgewalt? Der Heimat- und Kulturverein Groß Lafferde möchte das Geschehen dokumentieren.

Kontakt: Ines Preikschas-Braun, Telefon 07174/8345.

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