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Spänner, Köter, Häuslinge: Lafferde vor 225 Jahren

Groß Lafferde Spänner, Köter, Häuslinge: Lafferde vor 225 Jahren

Groß Lafferde. 225 Jahre Lafferder Markt feiert die Ortschaft Groß Lafferde. Grund genug für die PAZ, gemeinsam mit Heimatchronistin Ines Preikschas-Braun einen Blick auf die interessante Historie des Marktes zu werfen. Heute Teil 3: Das Dorf und die Menschen im Jahr 1787 sowie die erstmalige Einführung von Hausnummern im Jahre 1776.

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Eine Zeichnung der Hausnummer-Einteilung für die Brandkasse. Die Hausnummern erhielt Groß Lafferde im Jahr 1776.

Quelle: privat

„Groß Lafferde erhielt im Jahre 1776 Hausnummern für die Brandkasse. Daher kann das Dorf, wie es zur Zeit des ersten Lafferder Marktes ausgesehen hat, beschrieben werden“, so Preikschas-Braun. Sie erklärt: Die Hausnummern wurden entlang der vier Viertel vergeben und jedes Haus wurde erfasst. Es gab nur zwei Steinhäuser im Dorf, die alte Kapelle sowie die Kirche, den Vorgängerbau unserer jetzigen Kirche. „Alle übrigen Häuser waren Fachwerkhäuser, mit Lehm ausgefacht und einem Dach aus Roggenstroh.“

Groß Lafferde hatte noch Reste der alten Befestigungsanlage aus Wall, Graben und Dornenhecke am Ostrand des Dorfes, so die Ortsforscherin. Die Dorfausgänge hatten Schlagbäume, die nachts geschlossen wurden. Innerhalb des Dorfes gab es zwei große Plätze beim Hirtenplatzes sowie „am Schlage“ bei der östlichen Marktstraße. Die Dorfbebauung bildete damals ein großes Rechteck. „Mitten durch dieses Rechteck zog sich von Osten nach Westen eine breite Dorfachse, die hervorragend zur Abhaltung eines Marktes geeignet war“, erklärt sie.

In Groß Lafferde wohnten 1821 laut einer Zählung 1108 Einwohner und für die Zeit davor wird von 160 Hofstellen im Dorf berichtet. Interessant: Die Menschen in der Zeit wurden in verschiedene Klassen eingeteilt. „In jeder Familie gab es ein Familienoberhaupt und die Klasseneinteilung erfolgte in Spänner, Köter, sonstiger Hausbesitzer und Häuslinge“, so Preikschas-Braun. „Die Rechte, die ein Mensch hatte, ergaben sich aus der Klasseneinteilung.“ Neben den landwirtschaftlichen Betrieben gab es zur Selbstversorgung des Dorfes auch Handwerker, eine Bademutter und sechs Krüger. Die Handwerksberufe waren etwa Zimmermann, Dachdecker, Schmied, Leineweber, Ölmacher, Böttcher, Tischler, Bäcker, Schlachter sowie Schuster und Schneider.“

Neben den Bauermeistern, Pastor und Dorfkrämern gab es noch die Hilfskräfte des Dorfes: Nachtwächter, Schafmeister sowie Schweine-, Kuh-, Gänse- und Pferdehirten.

Wie gestaltete sich das Dorfleben in der Zeit um 1787, als der Lafferder Markt gegründet wurde?

- Geld: Bezahlt wurde in Thaler und Groschen.

- Nahrung: Gegessen wurde Brot aus Roggen oder Gerste, Brei wie Haferbrei oder Grütze, Eintopf und Brot. Obst und Gemüse wuchs in den Hausgärten. Bohnen ebenfalls auf dem Feld.

- Industrie gab es keine, Ziegelei, Zuckerfabrik und Konservenfabrik waren noch nicht gebaut, Flachs wurde lediglich zur Selbstversorgung angebaut.

sip

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