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Radweg zwischen Lafferde und Bettmar: Bauarbeit auf historischem Grund

Lahstedt Radweg zwischen Lafferde und Bettmar: Bauarbeit auf historischem Grund

Groß Lafferde. Wer derzeit zwischen Groß Lafferde und Bettmar unterwegs ist, kann es bereits sehen. Der jahrelang gewünschte Ausbau des Radwegs zwischen Groß Lafferde und Bettmar entlang der B1 ist im vollen Gange. Der Oberboden ist bereits abgetragen (siehe Text unten). Der Boden, auf dem derzeit Neues entsteht, hat allerdings eine interessante Geschichte - weiß Ortsforscherin Ines Preikschas-Braun.

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Der Bau des Radweges entlang der B1 am Weißen Kreuz.

Quelle: rb

„Die Lange Wiese, ein ehemaliges Sumpfgebiet und Niemandsland, war Räubergebiet, Platz für Gänse- sowie Schafbeweidung und Schauplatz handfester Streitereien“, erzählt die Groß Lafferderin. Der baldige Radweg überschreitet die ehemaligen Landesgrenzen des bis 1933 bestehenden Herzogtums Braunschweig (Bettmar, Vechelde) mit dem alten Bistum Hildesheim und späteren Königreich Preußen (Groß Lafferde, Peine). In Richtung Bettmar, das zur Unterscheidung mit dem Bettmar bei Hildesheim umgangssprachlich auch die „Lange Wisch“ genannt wurde, stand an der Straßenkreuzung lange ein Kreuz oder ein Stein mit einem weißen Kreuz aufgemalt. „Dort wurde vom Bistum Hildesheim die Grenze zum Herzogtum Braunschweig gekennzeichnet“, so Preikschas-Braun.

Diese Grenze war auch der Grund für die vielen Kämpfe, die im Bereich des weißen Kreuzes im Laufe der Jahrhunderte stattfanden. „Die Burg Steinbrück war die Burg des Bistums Hildesheim zur Verteidigung der Grenze und in Vechelde, am Platz des heutigen Bürgerzentrums, stand die Burg des Herzogs von Braunschweig.“

Der Trassenverlauf der heutigen B 1 folgt einem weit über 2000 Jahre alten Handelsweg, der im frühen 19. Jahrhundert als Chaussee ausgebaut wurde. Er erhielt von 1932 bis 1945 die Bezeichnung „Reichsstraße 1“, erklärt die Heimatforscherin. „Die heutige Bundesstraße 1 verläuft von der niederländischen Grenze bei Aachen im Westen bis zur polnischen Grenze in Küstrin-Kietz an der Oder quer durch Deutschland.“

Dass die B 1 im überwiegenden Teil mit einem Radweg ausgestattet ist, zeigt die nicht unerhebliche Zahl der „Überlandradfahrer“, hat die Lafferderin beobachtet. Nur in dem Bereich bei Groß Lafferde fehle der Radweg.

„Mit dem Bau wird es jetzt für Fahrradfahrer ohne Probleme möglich sein von Hildesheim nach Braunschweig zu fahren. Alternativen zu dem fehlenden Stück Radweg gab es bisher nicht“, sagt Preikschas-Braun und fügt hinzu: „Auch die Groß Lafferder warten schon seit mehr als 20 Jahren sehnsüchtig auf den Radweg.“

sip

„Dass es endlich losgeht, ist natürlich eine tolle Sache!“

Groß Lafferde. Nicht nur für Hobby-Historikerin Ines Preikschas-Braun – auch für Groß Lafferdes Ortsbürgermeister Rainer Röcken (CDU) ist der Bau des Radweges zwischen Groß Lafferde ein besonderes Ereignis. „Als ich vor 28 Jahren mit der Lokalpolitik angefangen habe, kam das Thema gerade erstmals auf den Tisch“, blickt der Lokalpolitiker zurück. „Dass es jetzt endlich losgeht, ist natürlich eine tolle Sache. Mit dem Bau bekommen wir nun endlich auch den Radweg-Lückenschluss zwischen Hildesheim und Braunschweig.“ Viele Groß Lafferder hätten schon sehnsüchtig auf den Radweg gewartet.

Der neue Radweg an der Südseite der B 1 soll am Ende eine Gesamtlänge von rund 5,4 Kilometern haben. Er ist 2,25 Meter breit und erlaubt den Zweiradverkehr in beiden Richtungen. Etwa 1,4 Millionen Euro kostet die Baumaßnahme, die vom Bund getragen wird. Mit der Fertigstellung wird nicht vor Mitte nächsten Jahres gerechnet. Während des Baus müssen Autofahrer sich auf Behinderungen wegen einer halbseitigen Sperrung mit Ampelregelung einstellen, teilt die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mit.

Derzeit laufen vom Weißen Kreuz in Richtung Groß Lafferde die Arbeiten für den Oberbodenabtrag. „Weiterhin wird in diesem Abschnitt ein Wirtschaftsweg für den neuen Radweg verlegt“, sagt Alexander Bruder, Fachbereichsleiter Bau bei der Landesbehörde. „Aufgrund der geringen Tragfähigkeit des Untergrundes werden ab der nächsten Woche die bodenverbessernden Maßnahmen für den Radweg begonnen.“ Zwischen Bettmar und dem Weißen Kreuz ist der Oberbodenabtrag weitgehend abgeschlossen, einzelne Rohrdurchlässe wurden bereits eingebaut. Am Pisserbach wird der Damm der Fahrbahn für den neuen Radweg verbreitert.

mu

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