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Mühlengeschichte in Groß Lafferde

Lahstedt Mühlengeschichte in Groß Lafferde

Groß Lafferde. Über Hunde, die Mühlsteine zogen, und andere teils kuriose Mühlengeschichten aus Groß Lafferde und Umgebung hörten die Gäste bei dem Vortrag des örtlichen Heimat- und Kulturvereins im Lafferder Wasserturm. Anlass war der offizielle Mühlentag.

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Der Mühlentag in Groß Lafferde.

Quelle: oh

Auch Bildmaterial gab es dabei zu sehen: So hatte Familie Jaretzke dem Verein eine Zeichnung von Groß Lafferde übergeben, die den Ort im Panorama um 1908 zeigt. Die beiden Holländermühlen, die damals jeweils am Ost- und Westrand des Dorfes gestanden hatten, sind auf dem Bild zu erkennen. Karsten Schmidt zeigte seine umfangreiche Sammlung von Unterlagen der Mühle Lampe und dabei auch erstmals Konstruktionszeichnungen der alten aus Stein gebauten Mühle. Hintergrund: Diese Holländermühle wurde den technischen Fortschritten angepasst, Erweiterungsbauten hinzugefügt sowie später mit elektrischem Strom betrieben. Der in der Mühle produzierte Strom versorgte Groß Lafferde von 1910 bis 1922 und somit auch den Wasserturm in den ersten Jahren nach seiner Erbauung.

Auch die vielen Teilnehmer der Veranstaltung berichteten über Geschichten, die sie selbst mit Mühlen erlebt hatten und ergänzten das Wissen der Heimatforscher. Vom Heimat- und Kulturverein erläuterten zudem Heidemarie Eggert und Gerhard Meyer technische Aspekte des Wasserturms. Weitere Helfer waren Freya und Ute Lüddeke.

Zu den ältesten Mühlen im Peiner Gebiet zählte eine Wassermühle, die in Verlängerung der heutigen Sackstraße in Groß Lafferde über 600 Jahre an der Fuhse stand. Als „molendinum Lacfurdi“ wurde die Mühle in einer Urkunde des Hildesheimer Michaelisklosters von 1022 bezeichnet und 300 Jahre später als „Sidermühlen“. 1372 wurde sie zerstört, erneut aufgebaut, um am Ende des Dreißigjährigen Krieges endgültig zerstört zu werden. „Trotz vielfältiger und lang andauernden Bemühungen konnte sie aus Geldmangel nicht wieder aufgebaut zu werden“, erklärte Ines Preikschas-Braun vom Heimatverein. „Zu diesem Zeitpunkt hieß die Mühle, abgeleitet vom Namen des Besitzers, Schliermühle.“ Am Westermühlenweg stand eine zweite Wassermühle, die zur Burg Steinbrück gehörte und als Bruchmühle bezeichnet wurde. „Auch diese Mühle wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört“, so Preikschas-Braun. Als Ersatz hatte das Domkapitel eine Wassermühle an der steinernen Brücke errichten lassen. „Das Haus und die Reste der Stauanlagen sind in Steinbrück, hinter der Dorfgrenze Groß Lafferdes, heute noch sichtbar.“ Noch von vielen weiteren Mühlen - darunter eine Ölmühle, deren Mahlstein von Ochsen, Pferd, Hund oder Ziege angetrieben wurde, eine hölzerne Bockwindmühle, die 1900 abbrannte, oder einer dreistöckigen Holländermühle, der sogenannten Krammen-Mühle - hörten die Besucher.

Echte Mühlengeschichte schrieb zudem der in Groß Lafferde geborene Christoph Behrens. Er entdeckte die Söhlder Kreide, baute die erste Söhlder Windmühle und gilt heute als Gründer der Söhlder Kreideindustrie.

rd

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