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Leserbrief mit ausgedachtem Namen sorgt für Riesenwirbel in Ilsede und Lahstedt

Ilsede/Lahstedt Leserbrief mit ausgedachtem Namen sorgt für Riesenwirbel in Ilsede und Lahstedt

Ilsede/Lahstedt. Starkes Stück: Anfang Februar erreichte die PAZ ein Leserbrief, in dem ein augenscheinlicher Fusionsgegner massive Vorwürfe gegen die Bürgermeister aus Ilsede und Lahstedt formulierte - nach PAZ-Recherchen gibt es die unterzeichnende Person jedoch gar nicht. Dies bestätigte Lahstedts Bürgermeister Klaus Grimm (parteilos) auf Anfrage. „Die dort aufgeführte Person ist nicht in Lahstedt gemeldet, auch die genannte Adresse existiert nicht.“

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Der umstrittene Leserbrief.

Zwar wurde der letztlich anonyme Leserbrief natürlich nicht veröffentlicht, beide Bürgermeister bewerten aber allein den Versuch dieser Einflussnahme unter einem Pseudonym als ungeheuerlichen Vorgang. „Wer nicht den Mumm hat, unter seinem richtigen Namen eine solche Debatte zu führen, der disqualifiziert sich eigentlich schon selbst“, sagt Ilsedes Bürgermeister Wilfried Brandes (SPD). Ähnlich sieht es Lahstedts Bürgermeister Grimm: „So geht man einfach nicht miteinander um. Wir sind gern bereit, mit Fusionsgegnern zu diskutieren - aber bitte ohne ein solches Versteckspiel.“

Doch nicht nur die versuchte Täuschung stößt den Bürgermeistern sauer auf, auch den in dem Leserbrief geäußerten Anschuldigungen und Mutmaßungen treten sie vehement entgegen, sprechen unter anderem von reiner Stimmungsmache. Unter anderem wird in dem Schreiben ein Zusammenhang zwischen der Fusion und möglichen Schulschließungen in Lahstedt konstruiert. „Dass möglicherweise Schulen geschlossen werden müssen, hat mit einer Fusion nicht das Geringste zu tun, sondern ist ausschließlich dem demografischen Wandel geschuldet oder hätte pädagogische Gründe“, erklären die beiden Bürgermeister.

Dann geht Grimm mit den Fusionsgegnern hart ins Gericht. „Eine Eigenentschuldung wird nach den vorliegenden Zahlen nicht klappen. Alle, die an diesem Ziel allein weiter festhalten und eine Fusion kategorisch ausschließen, sollen doch bitte konkrete Vorschläge machen, wie eine Eigenentschuldung doch erreicht werden könnte“, erklärt der Lahstedter Verwaltungs-Chef. Um etwa 250 000 Euro müsste der Haushalt ab 2016 verbessert werden. Da die Einnahmeseite ohne Steuererhöhungen nicht veränderbar sei, müsse man sich allein auf die Aufgabenseite konzentrieren und etwa durch Investitionen die Betriebskosten senken. „Dann müssten wir aber wirklich an das vielzitierte Tafelsilber ran“, sagt Grimm. „Das wäre dann die Infrastruktur, das wären dann die Schulen.“

Brandes und Grimm hoffen nun, dass sie mit den Fusionsgegnern offen ins Gespräch kommen können. „Anfang März wird eine umfangreiche Bürgerinformation gestartet, damit jeder Einwohner sich eine Meinung bilden kann“, erklären die beiden Bürgermeister. Mehr dazu demnächst in der PAZ.

mu

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