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Lafferde vor 225 Jahren: Kein leichter Weg zum Markt

Lahstedt Lafferde vor 225 Jahren: Kein leichter Weg zum Markt

Groß Lafferde. 225 Jahre Lafferder Markt feiert die Ortschaft Groß Lafferde. Grund genug für die PAZ, gemeinsam mit Heimatchronistin Ines Preikschas-Braun einen Blick auf die interessante Historie des Marktes zu werfen. Heute Teil 2: Das Jahrmarktsprivileg und die Umgebung von Groß Lafferde im Jahre 1787.

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Das Bild zeigt die Gemarkung von Groß Lafferde zur Zeit der Gründung des Marktes vor 225 Jahren. Hildesheims Fürstbischof Friedrich Wilhelm erteilte das Jahrmarktprivileg im Jahr 1787.

„1787 fand der erste Kram- und Viehmarkt in Groß Lafferde im Ortskern an beiden Seiten des Thieplatzes entlang der heutigen Marktstraße bereits mit einer stattlichen Zahl an Ausstellern statt“, sagt Preikschas-Braun. 1790 habe die Ständeliste bereits 83 Schausteller vorgewiesen. Angeboten wurden „Hosen, Rädler-Waare, Käse, Pfeffernüsse-Kram, Nadelwaare, Leisten-Waare, Kämme, Besen, Gebackenes, Wolle, Heringe, Nagels, Hanschen, Laken, Ellen-Waare, Eysen-Waare, Hüte, Licht’schen, Strümpfe, Schnallen, Pfeifen, Bänder, Westen, Honigkuchen und Reste“.

Das Marktprivileg hatten die beiden Bauermeister Christoph Behrens und Christian Schwalenberg in Hildesheim bei Fürstbischof Friedrich Wilhelm beantragt, um die enorme Schuldenlast Groß Lafferdes in Höhe von 50000 Taler durch Handel abzutragen - Groß Lafferde war im Siebenjährigen Krieg durch Feldschäden und Plünderungen als Grenzort zwischen dem Fürstbistum Hildesheim und Herzogtum Braunschweig völlig verarmt.

„Als die beiden Bauermeister nach Hildesheim zum Bischof gingen, mussten sie auf einem mit Steinen befestigten Weg in einem Bogen den Sandberg westlich von Groß Lafferde umgehen, um dann in Steinbrück die Fuhse und den Reihebach zu überqueren“, so Preikschas-Braun. Die Burg Steinbrück hatte damals bereits die Funktion als Grenzburg verloren.

„Es schwammen zu dieser Zeit viele Fische in der teilweise weitverzweigten Fuhse: Karpfen, Aale, Schleien, Hechte, aber auch Krebse“, so die Hobbyhistorikerin. „Der Flusslauf ging mit einer Breite von 200 bis 300 Metern in vielen Mäandern am Rand der Lafferder Feldmark entlang. Eine nahe Furt zur Querung gab es dort nur in Steinbrück und bei Woltwiesche.“

Die heutige B 1 war natürlich noch nicht gebaut worden. Auf der Ostseite verlief die Dorfausgangsstraße von der jetzigen Marktstraße kommend diagonal über den Marktplatz in Richtung Klein Lafferde um den Gemeindeanger herum. Hier fuhr auch die Postlinie Hildesheim- Braunschweig. Sie verkehrte mehrmals die Woche und der Lafferder Posthof hatte Pferde als Pferde-Wechselstation.

Auch die Beschaffenheit der Felder war damals anders: „Sie waren zu dieser Zeit lange nass und noch nicht mit einer Drainage und den dazugehörenden Gräben versehen. Der Ackerbau wurde auf Wölb-äckern betrieben, die zum Wasserabfluss gewölbt waren.“ Angebaut wurden Roggen, Gerste, Ackerbohnen, Kohl, Flachs und eventuell bereits Kartoffeln.

Feldwege waren ebenfalls noch nicht gebaut. Stattdessen führten bis zu 200 Meter breite Triften in die Feldmark. Dort weideten von Hirten bewachte Tiere des Dorfes.

Nicht nur wegen der Grenze zum Herzogtum Braunschweig, die im Bereich der Fuhse in Richtung Woltwiesche verlief, war das Dorf mit Schlagbäumen gesichert, so die Heimatpflegerin: „Auch Räuber und wilde Tiere sollten abgehalten werden.“

Preikschas-Braun erklärt: „Das übliche Fortbewegungsmittel der Menschen damals war: zu Fuß. Transportiert wurden vor allem Ackerwaren, entweder mit der Kiepe auf dem Rücken oder große Gegenstände mit Zugtieren. Postkutschen wurden von Pferden gezogen und auch das Militär nutzte Pferde.“

Auch die Besucher des Marktes kamen zu Fuß, übernachteten gegebenenfalls in den örtlichen Krügen, den Gastwirtschaften.

sip

225 Jahre Lafferder Markt – Das Programm

Der Lafferder Markt beginnt dieses Jahr bereits am Sonntag, 23. September, mit einem Festgottesdienst um 10 Uhr, anschließendem Imbiss auf dem Festzelt und einem großen Festumzug um 20 Uhr mit 20 geschmückten Festwagen und sieben Musikzügen.

Ein Familiennachmittag steht am Montag, 24. September, an. Abends zeigt der Heimat- und Kulturverein ein Theaterstück.

Ein Benefizkonzert des Polizei-Orchesters Niedersachsen gibt es am Dienstag, 25. September, ab 14.30 Uhr. Abends startet ein Lampion-Umzug.

Mittwoch, 26. September, ist erster Markttag. Abends gibt es Livemusik.

Höhepunkte des zweiten und letzten Markt-Tages, Donnerstag, 27. September, ist DJ-Musik am Abend und ein Höhenfeuerwerk, das gegen 21.30 Uhr beginnen wird.

sip

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