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„Ich bin in Münstedt zu Hause, aber mein Heimweh ist groß“

Lahstedt-Münstedt „Ich bin in Münstedt zu Hause, aber mein Heimweh ist groß“

Münstedt . Mit einem solch großen Zuspruch hatten die Organisatoren der „Braunschweigischen Landschaft“ wohl nicht gerechnet, als Edda Meyer im Dialog mit Christophe Kabambe zum Gespräch „Als erster Afrikaner in Münstedt“ einlud. Mehr als 50 Interessierte drängten sich in der Heimatstube Münstedt, um im Rahmen des Projektes „Heimatgefühle. Migration im 16. - 21. Jahrhundert“ mehr über ihren dunkelhäutigen Mitbürger zu erfahren.

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Mehr als 50 Besucher erlebten in Münstedt einen fröhlichen Christophe Kabambe.

Quelle: cb

Christophe Kabambe erblickte 1943 in der Kolonialzeit im Kongo - im Herzen Afrikas - das Licht der Welt. Er besuchte die Technikerschule in seiner Heimat und hatte das Glück, ein Stipendium für die Bundesrepublik Deutschland zu bekommen. Der junge Mann ging zum zweiten Mal auf die Technikerschule, diesmal in Braunschweig, arbeitete als Programmierer und später 36 Jahre für eine Firma, die Software für Hochschulen entwickelte.

Christophe Kabambe erzählt in anschaulicher Weise von seinen Erlebnissen im fremden Land, und Edda Meyer fragt intensiv nach. Immer wieder schmunzeln die Anwesenden oder lachen sogar laut. Kabambe berichtet, wie er aus einem Bus ausstieg und Kinder hinter ihm „Neger, Neger“ riefen. Noch heute muss er lachen, als er von der Aktion „Afrikaner unterm Weihnachtsbaum“ berichtet, wo Braunschweiger Bürger ihn und andere zu sich nach Hause einluden. Er lernt, dass Pünktlichkeit eine große Tugend in Deutschland ist - die er aber immer noch nicht ganz beherrsche.

Kabambe fängt an, Musik zu machen und gründet mit Gleichgesinnten die Band „Pretty Cashanga“. Er heiratet seine Frau Gisela, bekommt die deutsche Staatsbürgerschaft, engagiert sich in Münstedt in der SPD und spielt Fußball und Basketball, was stark zur Integration beiträgt, was auch sein damaliger Trainer Erhard Schneider bestätigt.

Christophe Kabambe betont: „Ich bin in Münstedt zu Hause, aber mein Heimweh ist groß. Meine Heimat ist da, wo meine Wiege stand, aber ich bezeichne mich als Deutscher mit Migrationshintergrund. Wenn ich im Kongo bin, sehe ich viele Unzulänglichkeiten, z.B. bei der Korruption oder im sanitären Bereich. Auf Dauer könnte ich nicht mehr in Afrika leben.“ Christophe Kabambe weiß, dass sauberes Wasser in seinem Dorf unabdingbar ist und hat mit seinem Verein bis jetzt durch Spenden und Zuschüsse für fünf Pumpen gesorgt.

Ein Teilnehmer der Veranstaltung fasst die Aussagen über seinen schwarzhäutigen Mitbürger zusammen: „Christophe Kabambe hat es geschafft, auch im konservativen Münstedt, durch seine offene Art die Herzen der Münstedter zu gewinnen. Er ist voll integriert und in unserer Gemeinschaft angekommen.“

bm

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