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Groß Lafferde: Radwegbau geht zügig voran

Lahstedt Groß Lafferde: Radwegbau geht zügig voran

Groß Lafferde/Münstedt. Wer derzeit zwischen Groß Lafferde und Bettmar unterwegs ist, sieht: Der Ausbau des Radwegs entlang der B 1 ist in vollem Gange.

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Der Radweg an der B 1 zwischen Groß Lafferde und Bettmar wird derzeit gebaut - und liegt auf historischem Grund.

Quelle: rb

Der Boden, auf dem derzeit Neues entsteht, hat allerdings eine lange Geschichte, weiß Ortsforscherin Ines Preikschas-Braun. Hier der zweite Teil ihres historischen Blicks auf das Wegenetz im Südkreis.

„Die Lange Wiese, ein ehemaliges Sumpfgebiet und Niemandsland, war Räubergebiet, Platz für Gänse- sowie Schafbeweidung und Schauplatz handfester Streitereien“, erzählt die Groß Lafferderin. Auch Münstedt liegt im Gebiet der Langen Wiese oder „Langen Waische“ wie es im Münstedter Platt heißt. „Das heutige ‚Weiße Kreuz‘ ist eine Wegekreuzung, bei der sich die B 1 zwischen Bettmar und Groß Lafferde mit der Kreisstraße, die Münstedt und Klein Lafferde verbindet, kreuzt“, so Preikschas-Braun. „Die jetzige Kreisstraße bewältigte den Verkehr von Celle in Richtung Kaiserstadt Goslar und die B 1 von Westen her kommend zur Löwenstadt Braunschweig.“

Beide Straßen seien alte Heerstraßen, die schon seit alters her befahren wurden, wenn das Wetter und die Bodenverhältnisse es zuließen. Das um den Bereich des „Weißen Kreuzes“ liegende Gebiet war sumpfig, in Groß Lafferde verlief der sumpfige Bereich vom „Weißen Kreuz“ aus kommend entlang des heutigen Meescheweges. „Zu Zeiten, in der das Gebiet befahren werden konnte, führte der Weg von Vechelde aus über Bodenstedt und Klein Lafferde und dann südlich um Groß Lafferde herum nach Steinbrück“, erklärt die Heimatforscherin.

Auch Bettmar hatte keine ganzjährig befahrbare Ortsdurchfahrt, in jedem Frühjahr verlief der Straßenverlauf anders, so wie es das Wetter im Winter vorgegeben hatte. Preikschas-Braun: „Nach urkundlichen Schilderungen muss der Verkehr der Pferdekutschen, Ochsengespanne und Fußgänger schon immer bedeutend gewesen sein. In alten Münstedter Unterlagen wird von Lastfuhrwerken berichtet, die, mit vier und sechs Pferden bespannt, die beiden alten Hauptstraßen - damals Kaiserstraße und Löwenstraße genannt - passierten und die Wege in einen grundlosen Zustand versetzten.“

Auch Groß Lafferde wurde von den Fernverkehrsstraßen geprägt. „Hier fanden bis zum Dreißigjährigen Krieg im Spelhaus und anschießend auf dem Posthof Verhandlungen von Landesherren und anderen wichtigen Persönlichkeiten statt. Friedensverhandlungen und andere wichtige Aussprachen wurden in Lafferde geführt, da der Ort zentral an den beiden Fernstraßen lag und von Hannover, Celle, Braunschweig und Goslar in einer Tagesfahrt erreichbar war.“ Das sogenannte Spelhaus wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört, es stand an der Stelle des heutigen Wasserturms. „Und mit dem Spelhaus auch noch die Wassermühle an der Fuhse sowie mehrere Wohnhäuser, die Ernte wurde vernichtet und das Dorf geplündert“, zählt sie auf. „Den anderen Dörfern rings um die Lange Wiese erging es ähnlich, zumal während des Dreißigjährigen Krieges mehrfach Soldaten auf der Langen Wiese lagerten.“ So soll der Feldherr Graf von Tilly das Lager für sein Heer einen Winter dort aufgeschlagen haben - „während er selbst die kalte Zeit in Peine verlebte“, so Preikschas-Braun.

sip

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