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Fahrradhändler fühlt sich ausgebremst

Münstedt Fahrradhändler fühlt sich ausgebremst

Doppelt sauer ist der Münstedter Fahrrad-Händler Horst Rautenstrauch auf die Stadt Peine: Zum einen wegen der Baustellen in Dungelbeck und Schmedenstedt – zum anderen wegen des starren Einzelhandelskonzeptes.

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Eine gut besuchte Innenstadt: Dafür soll das Einzelhandelskonzept der Stadt Peine sorgen.

Münstedt . Weil die Ortsdurchfahrten Dungelbeck und Schmedenstedt gesperrt sind, ist der Münstedter Fahrradhändler Horst Rautenstrauch von seinen Kunden aus Peine abgeschnitten, der Umsatz brach in den vergangenen Wochen ein (PAZ berichtete). Als einen Hauptschuldigen für die Misere sah er die Stadt Peine mit ihrer seiner Meinung nach unzureichenden Informationspolitik.

Jetzt legt der Münstedter nach: Mit dem Einzelhandelskonzept der Stadt Peine werde er jetzt ein zweites Mal ausgebremst. Denn eigentlich wollte Rautenstrauch wegen der Umsatzeinbußen in Münstedt eine Peiner Filiale seines Fahmo-Fahrradmarktes eröffnen. Als Standorte hatte er den ehemaligen Aldi-Komplex oder das frühere Tiergarten-Gebäude angedacht. Doch daraus wird nichts.

„Das neue Einzelhandelskonzept der Stadt Peine schreibt vor, dass Waren bestimmter Handelssegmente nur in der Innenstadt verkauft werden dürfen“, erläutert der Münstedter Unternehmer. Auch Fahrräder fallen unter diese Regelung.

Rautenstrauch dürfte also entweder direkt in der City einen Laden eröffnen – oder eben gar nicht. „In der Innenstadt gibt es nur eben kein geeignetes Geschäft“, beklagt der Münstedter.

In seiner Not schreibt Rautenstrauch einen Brief an Peines Bürgermeister Michael Kessler. Die Antwort bezeichnet der Unternehmer als ernüchternd. Für die Ausnahmeregelungen gebe es keinerlei Ermessensspielraum, heißt es dort zum Beispiel. „Ich frage mich, wo da die soziale Marktwirtschaft bleibt“, empört sich Rautenstrauch.

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HINTERGRUND

Einzelhandelskonzept der Stadt Peine

Mit dem im April 2010 beschlossenen Einzelhandels-Entwicklungskonzept soll die Entwicklung des Einzelhandels innerhalb der Stadt Peine gesteuert werden. Zentral ist dabei das sogenannte Drei-Säulen-Modell mit den Schwerpunkten: 1. Zentrenstärkung, 2. Stärkung der Nahversorgung und 3. Bereitstellung ergänzender Sonderstandorte.

Zur Steuerung des Einzelhandels und zur Umsetzung dieser Entwicklungsziele benennt das Gutachten folgende Instrumente: Zentrenkonzept (zentraler Versorgungsbereich), Nahversorgungskonzept, Konzept für ergänzende Sonderstandorte, Sortimentsliste für Peine, Ansiedlungsleitsätze, planungsrechtliche Steuerungs- und Festsetzungsempfehlungen.

In der Sortimentsliste wird dabei zum Beispiel geregelt, welche Waren innenstadtrelevant sind und welche nicht. Damit wird versucht, den Einzelhandel in der Innenstadt zu stabilisieren, indem man bestimmte Handelssegmente für zentrenrelevant erklärt. Das bedeutet, dass sie nur in der Innenstadt verkauft werden dürfen.

Gleichzeitig sollen die Handelszentralität der Stadt als Ganzes gesehen werden und neben der Innenstadt auch die Gewerbegebiete gestärkt werden.

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