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„Boom-chicka“ statt Orgelklang: Cash in der Kirche

Gadenstedt „Boom-chicka“ statt Orgelklang: Cash in der Kirche

Zum Helfer in der Not wurde mal wieder die Kirche: Da die Alte Stellmacherei in Gadenstedt den Zuschauerandrang nicht verkraftet hätte, stellten Pastor Norbert Paul und Kirchenvorstand St. Andreas für ein Konzert zur Verfügung. So kamen am Samstag 280 Kirchgänger in den Genuss der Weseler Band Johnny Cash Experience.

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Ausverkaufte Kirche: Rund 280 Zuschauer wollten die Lieder des „Man in Black“ erleben.

Quelle: im

Gadenstedt. Nicht überall wo Johnny Cash drauf steht, muss auch Johnny Cash drin sein. Doch manchmal dauert es nur wenige Takte – und man vergisst den Unterschied zwischen Original und Kopie. So wie beim Konzert in der Gadenstedter Kirche. Spätestens bei der Textzeile „I shot a man in Reno, just to watch him die“ der Nummer „Folsom Prison Blues“ – dem ersten Lied des Abends – musste der Zuschauer genussvoll nicken und leise lächeln über das westernechte Cash-Gefühl, das vor ihren Ohren auftauchte.

Klar, der berühmte „Boom-chicka-boom“-Sound der Songs des „Man in Black“ tat sein Eigenes dazu, doch man musste vor der Band aus Wesel den Hut ziehen, die mit gemütlicher Spielfreude und lässiger Liebe zum Lied die Kirche stellenweise zum Mitklatschen und Stampfen brachte, was in einem üblichen Konzertsaal sicher mit ausgelassenem Tanz und Fan-Gesängen vergleichbar wäre.

Besonders dazu bei trug natürlich Frontmann Joe Sander, der nicht nur durch staubtrockenes Schäkern mit Pastor Norbert Paul jegliches Eis brach („Sympathisch, dass Sie die Heizung angemacht haben“), sondern auch mit seiner extrem „cashigen“ Stimme: Satter, traniger Bass-Bariton mit geräumiger Grabestiefe ganz unten und brüchigem Tremolo in den obersten Bereichen.

In einem üppigen Programm bedienten die fünf Musiker – neben Gesang, zwei E-Gitarren, Bass und Cajón statt Drums – vor allem den „Boom-Chicka-Boom-Sound“ der frühen Sun-Records-Ära. Einziger Wermutstropfen: Freunde des alten Cash hätten sich vielleicht mehr Stücke von den „American Recordings“, den späteren, meist gecoverten Aufnahmen des Sängers, zur Abwechslung gewünscht.

Dennoch kamen wohl alle Zuschauer auf ihre Kosten, vor allem jene Zeitgenossen, denen es nicht vergönnt war den 2003 verstorbenen Johnny Cash live zu sehen. Denn wer die Augen schloss, konnte ihn in St. Andreas live hören.

sip

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