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Bei Harfenklängen literarische Landstriche erkundet

Lahstedt Bei Harfenklängen literarische Landstriche erkundet

Gadenstedt. Vor zehn Jahren standen die Harfenistin Christiane Rosenberger und der Rezitator Ulrich Jaschek als „Duo Zweysaitig“ das erste Mal gemeinsam auf der Bühne. Ein guter Grund für die Künstler dieses Jubiläum auf dem Podium zu begehen, wo ihr gemeinsamer Schaffensweg einst begann: Der Alten Stellmacherei in Gadenstedt.

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Das Duo Zweysaitig, bestehend aus Christiane Rosenberger und Ulrich Jaschek wurde zunächst von „Stellmacherin“ Jutta Reuting vorgestellt, um dann in Gadenstedt sein Bühnenjubiläum zu feiern.

Quelle: im

Damals präsentierte das Duo dort seinen Erstling „Panik, Paranoia und Phobie“, ein Klangerlebnis aus Musik und Wort nach Motiven des amerikanischen Grusel-Autors Edgar Allan Poe. Inzwischen sind zahlreiche weitere und wesentlich hellere und freundlichere Programme dazu gekommen, die das längst nicht mehr nur „zwey“- sondern vielseitige künstlerische Duo nun zu einem „Best of“ kombinierte.

Locker ging es zu in der komplett ausverkauften Stellmacherei, als Jaschek am Beispiel von Geschichten des indischen Jesuitenpaters Anthony de Mello dem verblüfften Publikum deutlich machte, dass Glück ein natürlicher Zustand sei und deswegen die Suche nach dem Glücklichsein überflüssig sei.

Ob „Kleines Gartenglück“ mit dem ungewöhnlichen „Gebet für das Unkraut“ oder die berührenden Liebesbriefe des Autors Erich-Maria Remarque an die Schauspielerin Marlene Dietrich: das Publikum schien willig mitzuwandern durch die Unterschiede literarischer Landschaft. Jaschek rezitierte die hübschen Feuilletons und Gedichte so locker und selbstverständlich, als seien sie ihm erst in diesem Moment eingefallen.

Rosenberger vertiefte das Textempfinden wie gewohnt mit derart zauberhaftem Harfenklang aus fremder und eigener Feder, dass das Publikum nach jedem Musikbeitrag seiner Freude mit heftigem Beifall Ausdruck gab.

Nach der Pause wurde es dann allerdings düster, unheimlich und spannend: Poes Klassiker „Der Rabe“ war nicht nur zunächst literarisch die Hauptperson. Die Peiner Jägerschaft hatte aus ihrem Ausstellungs-Fundus den Künstlern ein präpariertes Exemplar zur Verdichtung der gruseligen Stimmung anvertraut. Und als das „Haus Usher“ voller Getöse „bei blutrotem Mondschein“ in einem schwarzen Teich unterging, untermalte Rosenberger die Szenerie mit sowohl solch konzertantem als auch schauerlichem Klangvolumen, das man dem sonst als eher lieblichen und sphärisch eingeschätzten Instrument gar nicht zutraut.

Sherlock Holmes brachte schließlich in „Das leere Haus“ seinen ewigen Widersacher Professor Moriarty zur Strecke und als „die Nacht gelassen ans Land stieg“, zählte das Publikum mit dem Autor Erich Kästner und dem Rezitator gedanklich entspannt bis 73. Hellwach belohnte das Publikum das Duo mit rauschendem Applaus.

jdh

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