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Adenstedt: Else Tostmann wird 100 Jahre alt

Lahstedt Adenstedt: Else Tostmann wird 100 Jahre alt

Adenstedt. Das zunächst Auffälligste an ihr ist der ungewöhnlich feste Händedruck und ihre offene, freundliche Art. Dass Else Tostmann aus Adenstedt, die den Besucher mit fester Stimme in ihr Wohnzimmer dirigiert, morgen ihren 100. Geburtstag feiert, ist ihr allenfalls an der Vorfreude anzumerken.

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Else Tostmann feiert morgen ihren 100. Geburtstag.

Quelle: im

Seit knapp 50 Jahren bewohnt die Seniorin das erste Stockwerk im Haus ihrer Tochter. „Die Treppe? Warum sollte die mir Probleme machen?“, sagt sie und lacht. Natürlich empfinde sie ihre körperliche und geistige Gesundheit als große Gnade.

Ein Jahr vor Ausbruch des ersten Weltkrieges kam die Jubilarin in Adenstedt zur Welt und blieb dem Ort bis heute treu. „Taufe, Schule, Konfirmation, Hochzeit, alles war hier.“ 1939 heiratet sie ihre große Liebe Heinrich, in den sie sich bei einem Tanzvergnügen bei „Schöneberg“, einem Adenstedter Gasthof verliebt. Drei Jahre später krönt Töchterchen Helga dieses Glück. Aber noch in den letzten Kriegsmonaten wird Else Tostmann Witwe. Spricht sie von ihrem Heinrich, verwendet sie den Begriff „vermisst“. „Ich habe immer auf ihn gewartet.“ Nur knapp entgeht sie mit ihrer Tochter in Adenstedt einem Tieffliegerangriff: „Das war das schrecklichste Erlebnis meines Lebens.“ Ihre Stimme klingt einen Moment brüchig.

Zwei Flüchtlingsfamilien mit je drei Kindern werden nach dem Krieg bei Tostmanns einquartiert: „Wir haben uns bestens miteinander verstanden“, erzählt sie, und dass zu Kindern und Enkeln jener Flüchtlinge noch heute Kontakt bestehe. „Bei einer Hochzeit in einer Flüchtlingsfamilie hat meine Helga sogar Blumen gestreut“, erinnert sie sich. Ebenso präsent ist ihr der Verlust ihrer Ersparnisse nach dem Krieg und die 1948 gezahlte Unterstützung: „30 Mark für das Kind, 19,90 für mich“.

Else Tostmann kann zupacken: im Pflichtjahr, in den zehn Jahren „in Stellung“ in der Landwirtschaft, und später entdeckt sie ihre Leidenschaft für das Kochen. „Kaum ein Haus gab es damals im Ort, in dem meine Mutter nicht für Feiern gekocht hat“, erinnert sich Tochter Helga.

Heute lässt sich die Jubilarin zwar von ihrer Tochter verpflegen, den Haushalt verrichte sie jedoch nach wie vor allein und stricke auf Wunsch auch noch Socken. Ihrer fabelhaft erhaltenen Sehkraft verdankt die Seniorin auch die tägliche Lektüre von Büchern und der PAZ: „Ich bin seit 70 Jahren Abonnentin.“

Ein wenig traurig sei sie, „übrig geblieben“ zu sein, denn sowohl ihre Geschwister als auch die Bekannten von damals leben nicht mehr. Furcht vor dem eigenen Ableben? „Warum?“ fragt sie und ihr Blick scheint so fest wie ihr Händedruck.

Den Festgottesdienst am Sonntag um 11 Uhr in der St.-Briccius-Kirche möchte sie übrigens am liebsten mit allen Adenstedtern feiern!

uj

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