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Zwischen Sightseeing und Völkerverständigung

Ilsede Zwischen Sightseeing und Völkerverständigung

Solschen. Namibia war das Ziel von gleich zwei Gruppenreisen, zu der Pastor im (Un-)Ruhestand Eckehard Fröhmelt aus Solschen im August und September eingeladen hatte. In der PAZ erzählt Fröhmelt von den Erlebnissen in dem urwüchsigen Land im südlichen Afrika.

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Sozialprojekt im Slum von Swakopmund.

Die Landschaften in Namibia sind einzigartig. Wenn Gott die Welt in sieben Tagen erschuf, dann hat man in Namibia häufig das Gefühl, als sei gerade erst der fünfte Tag angebrochen, so urgewaltig ist dieses Riesenland mit seinen Gebirgsketten, Wüsten und Wanderdünen und weiten Savannen. Und es sind vor allem diese Landschaft und die wilden Tiere, die jährlich rund 750000 deutsche Touristen anziehen.

Es kann vorkommen, dass sich Elefanten ganz selbstverständlich dem Reisebus nähern und sogar daran vorbeiziehen, was wir auch erlebten. Am Wegesrand sitzt eine Gepardengruppe von vier königlichen Tieren im hohen Gras und an anderer Stelle liegen gelangweilte Löwen nahebei, als ginge sie alles nichts an. Dann sind alle im Bus elektrisiert und fotografieren, was das Zeug hält und zeigen sich hinterher untereinander stolz ihre „Trophäen“ auf dem Display der Kamera.

Zur Schönheit des Landes gehören besonders die Unterkünfte, die Lodges, die sich einfach großartig in die Landschaft eingliedern. Die Lodges sind ein eigener, täglicher Höhepunkt einer Namibiareise. Das Wasser ziehen sie aus tief gebohrten Brunnen und Windrädern – hier und da wird man an den Wilden Westen erinnert und wundert sich, dass man spazieren geht, obwohl rundherum Leoparden oder Geparden herumstreifen können und man zu Füßen achten muss, ob da etwas herumkriecht.

Aber noch nie ist einem Touristen etwas passiert. Mit einem bisschen Mut entdeckt der überzivilisierte, verwöhnte Urlauber eine völlig verkümmerte Seite an sich: die Begegnung mit einer unverfälschten, wilden Natur. Herz und Sinne weiten und entspannen sich. Und wer sich in der Etosha-Pfanne abends bis tief in die Nacht völlig ungefährdet an ein Wasserloch setzt und die Tiere hinter dem Zaun in Freiheit beobachtet, wird mit unglaublichen Szenen belohnt: Da kommt mal der Löwe, mal der Leopard, mal das Nashorn.

Natürlich interessierten wir uns auch für die Menschen vor Ort. Da war beispielsweise ein absoluter Höhepunkt die Begegnung mit dem Naturvolk der Himbas hoch im Norden, unweit der angolanischen Grenze. Eine unserer Mitreisenden erzählte überglücklich, dass eine ockerfarbene Himba-Frau in typischem Rot, nur mit einem Lendenschurz bekleidet, die Deutsche umarmt habe. Die Himba-Frauen vermischen das rötliche Steinpulver mit Butterfett und Öl und schmieren sich damit ein, als Sonnenschutz und Schönheitsideal zugleich. Mit dem Rauch bestimmter Hölzer parfümieren sie sich und führten uns das ganze Ritual vor.

Die Namibierin Hilda führte uns dann durch ein früheres Ovambo-Dorf. Eine von uns fragte, ob die Ovambos auch Weihnachten feiern. Da stimmte Hilda „Stille Nacht, heilige Nacht“ an. Da erwachte in mir der Pastor – und ich sang aus vollem Herzen mit, stimmte anschließend sogar noch „O du fröhliche“ an. Bei über 30 Grad an einem Septembernachmittag im südlichen Afrika. Aber warum auch nicht? Mögen Welten uns einerseits trennen, aber dass wir alle nur sterbliche Menschen sind, die sich nach Glück, Frieden und Wohlstand sehnen, das verbindet im Nu.

In Swakopmund, der drittgrößten Stadt Namibias, besuchten wir ein Slumgebiet – denn auch das ist Namibia heute. In Windhuk leben genauso viele Menschen in Slums wie in der Stadt selbst. Mit Hilfe der deutschstämmigen Leiterin eines Sozialprojektes für Kinder und alleinerziehende Mütter, Anja Rohwer, kam zehn Kilometer vor Swakopmund im Slumgebiet eine außerordentliche Begegnung zustande. Spontan sammelte die Reisegruppe fast 500 Euro für dieses Projekt. Mir ist es bei meinen Fernreisen immer wichtig, nicht nur Sightseeing zu betreiben, sondern auch den Menschen zu begegnen. Damit sind Fernreisen auch ein Stück Völkerverständigung – auch dadurch, dass jeder Mitreisende zu Haus in Wort und Bild das Erlebte weiter erzählt. Adressen wurden in Namibia ausgetauscht und noch immer möchten Mitreisende nach Swakopmund spenden. So bleibt Verbindung und emotionale Bindung über die viel zu kurzen zwei Wochen hinaus.

Gerne lässt sich Eckehard Fröhmelt auch von Gruppen und Schulen zu Vorträgen mit Foto-Beamer und Gegenständen aus Namibia einladen – gegen eine Spende für das Slumprojekt in Swakopmund. Fröhmelts nächste Reisen gehen vom 16. bis 30. Januar 2015 nach Laos und Kambodscha sowie vom 7. bis 18. Juni 2015 in den Iran. Informationen unter der Telefonnummer 05172/9688056.

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