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Zu Gast in Groß Bülten: Der Papierschiff-Admiral

Groß Bülten Zu Gast in Groß Bülten: Der Papierschiff-Admiral

Groß Bülten. Seit 45 Jahren ist er Werftarbeiter- und Besitzer, Reeder und Herrscher über Schifffahrtslinien - alles in einer Person. Doch statt mit schwerem Gerät Stahl zu bearbeiten, formt Heinz-Peter Weiß aus Rheden mit Schere, Skalpell und Injektionsnadel aus Papier, bis er seine Schiffs-Modelle im internationalen Sammlermaßstab 1: 1250 „in Dienst stellt“ - sogar in internationalen Sammlervitrinen von Luzern bis Detroit und am Sonntag bei der Kunstausstellung im alten Pfarrhaus Groß Bülten.

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Modellbauer Heinz-Peter Weiß stellte in Groß Bülten aus.

Quelle: rb

Seine Liebe zur Seefahrt entdeckt der inzwischen 70-jährige Meister des Filigranen bereits mit fünf Jahren, als er beim Besuch der Großmutter „im Wismarer Hafen herumlungerte“. Dort keimt in ihm der Wunsch, sich als Schiffbauer im Kleinen zu versuchen. Seitdem begleiten ihn seit Jahrzehnten Klebstoff und Schere auf Schritt und Tritt, allein ein marginaler Sehfehler verhindert, dass aus dem Bastler auch ein Fahrensmann wird.

So verbringt der Miniaturen-Schöpfer sein Berufsleben als Ingenieur, lockt seine spätere Ehefrau Margitta statt mit einer Briefmarkensammlung mit seiner Schiffs-Leidenschaft in seinen Bann - worin sie übrigens noch heute gerne ist. Sie organisiert seit 1991 seine jährliche Teilnahme an der „Intermodell-Ausstellung“ in Dortmund, bei der er bereits zahllose Welt-Meisterschaften seines Faches gewonnen hat.

Wer den Papierschiff-Admiral in seiner Werft unter dem Dach seines Hauses besucht, staunt über die gewissenhafte Ordnung, ohne die die Perfektion seiner Modelle nicht zu erreichen sei. Ein Griff ins Regal und Weiß zählt auf, welches seiner Modelle aus welchen der 800, 1000 oder gar mehr als 1500 Einzelteilen besteht. Fünf Mal hat er die sagenhafte Titanic gebaut - zuletzt in einhundert Stunden vom 26. März bis zum 5. April, jenem Tag, als 100 Jahre zuvor das Original verunglückte. Ob U-Boot, Frischtrawler, Luxusdampfer, Segelschiff oder Flugzeugträger: Wie viele Modelle bei ihm vom Stapel liefen, kann Weiß nur schätzen. Solide Recherche über Technik und historischen Hintergrund - vorzugsweise aus gedruckter Literatur - seien Voraussetzung für seinen Modellbau. Ein weiterer Clou seiner Schaffenskraft sind die Modelle von Monumentalbauten wie World-Trade-Center oder UNO-Gebäude - inklusive Inneneinrichtung, versteht sich. Derzeit baut Weiß übrigens die historische Insel Helgoland nach alten Plänen nach - natürlich im internationalen Maßstab.

Schaffenspausen nutzt der Meister, der seinen Tagesablauf straff plant, beispielsweise für den Bau hochwertiger Mountain-Bikes. Aber dann müsse es einfach maritim weitergehen, sagt er und bohrt mit der Injektionsnadel die Verankerung für die mit dem Skalpell angefertigten Bambus-Masten seines aktuellen Viermasters. Datum des Stapellaufs: noch unbekannt.

uj

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