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Wie Groß Lafferde zu seinen Hausnummern kam

Ilsede Wie Groß Lafferde zu seinen Hausnummern kam

Groß Lafferde. Wenn in Groß Lafferde von „40“ die Rede ist, können Nicht-Einheimische damit nur wenig anfangen. Nicht so Uwe Wehrspaun. Der 75-Jährige lebt von Kindesbeinen an in der Ortschaft und weiß sofort, dass hier nur von Landwirt Burgdorff die Rede sein kann.

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Die Zeichnung zeigt die Hausnummern für die Brandkasse, grün markiert ist das Bergviertel, orange das Westerviertel, gelb das Osterviertel und rot das Kirchviertel.

Quelle: Heimat- und Kulturverein

Im Jahr 1765 hat das Stift Hildesheim, zu dem Groß Lafferde gehörte, eine Brandversicherungs-Gesellschaft gegründet. „Jedes Haus im Dorf wurde praktisch zwangsversichert, und daher kamen die Hausnummern“, schildert Wehrspaun. Und mit diesen Hausnummern wurden auch die Besitzer der landwirtschaftlichen Höfe angeredet.

Bis jedoch in Groß Lafferde mehr als 160 Häuser erstmals gegen Feuer versichert wurden, sollten noch elf Jahre vergehen (1776). „Es mussten ja auch umfangreiche Erhebungen durchgeführt werden“, erläutert Ines Preikschas-Braun, die ebenso wie Uwe Wehrspaun Mitglied des Heimat- und Kulturvereins Groß Lafferde ist. Hintergrund für die Versicherung waren die zahlreichen Brände. „Damals stand ja in jedem Haus Ziege, Ochse oder Kuh auf Stroh, auch auf dem Hausboden lag Stroh, all das war brandgefährlich. Und mit dem elektrischen Licht war es auch noch nicht so doll“, berichtet der 75-Jährige. „So brannten 1705 vier Häuser im Dorf, 1728 brach ein Feuer ,Am Thie‘ aus, und im Jahr 1800 brannte das Schulhaus ab.“

In Groß Lafferde endeten die Privathäuser, die sogenannten Reihestellen, mit dem Vollspänner Barthold Cramm in Haus Nummer 157, heißt es in einer Ausgabe des Heimatspiegels. Es folgten im Brandkataster die Häuser und Einrichtungen, die der Gemeinde gehörten: Schäferhaus, Backhaus, zweite Backhaus, Hirtenhaus, Pfarrhaus, Schulhaus und Opfermannhaus. Dabei war das Dorf in vier Viertel aufgeteilt, schildert Wehrspaun, das Bergviertel (1 bis 39), das Westerviertel (40 bis 79), das Osterviertel (80 bis 119) und das Kirchviertel (120 bis 165).

„Sowie das Haus gebaut war, bekam es eine Hausnummer“, weiß Wehrspaun, der jedes Haus inklusive zugehöriger Nummer aufzählen kann. „Haus Nummer 1 war zum Beispiel in der Straße ‚Auf der Hölle‘“, weiß Preikschas-Braun. Ab Nummer 166 wurden weitere Nummern für Neubauten vergeben. Da diese aber nicht wie heute in geschlossenen Gebieten straßenweise entstanden, sondern dort, wo gerade Platz war, entstand ein Nummern-Durcheinander. Dieses wurde erst durch die neuen Straßen- und Hausnummern behoben.

mir

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