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Wasserturm-Drama: Hempel harrt aus

Ilsede Wasserturm-Drama: Hempel harrt aus

Ilsede. Im Drama um den Kugelwasserturm gibt sich „Turm-Besetzer“ Ernst Christoph Hempel weiterhin kämpferisch. Seit gut 100 Stunden harrt er in den direkt unter dem Turm liegenden Räumen aus, die er von den Gemeinden Ilsede und Lahstedt für seine Trommelakademie gemietet hat.

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Wegen des Andrangs von Schaulustigen will Ernst Christoph Hempel künftig nicht mehr jederzeit ansprechbar sein, sondern bestimmte Sprechzeiten anbieten.

Quelle: im

Aufgrund einer Verfügung des Landkreises Peine (siehe Infokasten) hatte die Gemeinde Ilsede das marode Baudenkmal allerdings am Freitagvormittag abgesperrt (PAZ berichtete) – und Hempel ließ sich kurzerhand einzäunen. Seitdem ist er im Turm quasi freiwillig gefangen.

„Ich protestiere mit der Aktion nicht nur gegen die Räumung meiner Trommelakademie, mir geht es auch um die Zukunft dieses Industriedenkmals“, sagt Hempel, der nicht nur Trommellehrer ist, sondern auch für die Grünen im Lahstedter Rat sitzt. Und diese Zukunft ist noch immer völlig ungewiss. Klar ist nur, dass der Turm saniert werden muss und die verschuldeten Gemeinden als Eigentümer dafür kein Geld zur Verfügung stellen wollen beziehungsweise können. Das betonten gestern auch nochmals die Spitzen der in den jeweiligen Räten den Ton angebenden Sozialdemokraten. Aber einen Plan für die Zukunft des Turms konnten sie nicht vorlegen – vor allem auf Ilseder Seite vermied man das Wort „Abriss“.

Doch die Zeit für die Entscheidungsfindung läuft langsam ab. So hat das Gutachten zur Standsicherheit nur noch dieses Jahr bestand, ein neues würde bis zu 25000 Euro kosten. Sollte es Anfang 2015 nicht spätestens vorliegen, könnte eine weitere Absperrung im „Fallradius“ des Turms die Konsequenz sein. Doch auch in der aktuellen Absperrsituation ist Eile geboten, „hier geht es schließlich auch um meine wirtschaftliche Existenz“, sagt Hempel.

„Wir setzen auf die Vernunft aller Beteiligten“, erklärt in diesem Zusammenhang der Ilseder Bauamtsleiter Otto-Heinz Fründt. Man könne Hempel ein adäquates Ausweichquartier anbieten, um die Zeit der Ungewissheit über die Zukunft des Turms zu überbrücken. Auf Seiten der Verwaltung ist man dabei übrigens im wahrsten Sinne des Wortes gerüstet für den Fall einer länger andauernden Absperrung des Turms. „Wir hatten den am Freitag aufgestellten Zaun für rund 1500 Euro gekauft, da er auch später noch nutzbar ist – beispielsweise von der Feuerwehr“, sagt Fründt.

Wie lange Hempel im Turm noch eingezäunt bleibt, war gestern Abend noch völlig offen. Die Gemeinde als Eigentümer könnte nach der Einschätzung von Experten den Turm zwar räumen lassen, aus dem Rathaus hörte man jedoch, dass eine weitere Eskalation vermieden werden solle. Auch der Landkreis hielt sich eher bedeckt: Man gehe davon aus, dass der Nutzungsuntersagung nachgekommen werde. „Andernfalls wären weitere Maßnahmen zu prüfen“, hieß es aus dem Kreishaus.

„Turm-Besetzer“ Hempel hat unterdessen weiteren Widerstand angekündigt. Freunde würden ihn mit Lebensmitteln versorgen, in den Räumen seiner Trommelakademie gebe es Strom und Wasser. Allerdings grämt er sich nach dem PAZ-Fototermin über seine Frisur. „Ich suche deshalb einen Friseur, der mir die Haare schneidet – natürlich durch den Zaun hindurch.“

  • Die Freunde des Kugelwasserturms haben am heutigen Dienstag, 28. Oktober, zu einem Treffen eingeladen. Es soll ab 18 Uhr direkt am Turm stattfinden.
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