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Waldfriedhof wurde vor 100 Jahren eröffnet

Ilsede Waldfriedhof wurde vor 100 Jahren eröffnet

Groß Ilsede. Er ist Ort der letzten Fragen, des letzten Abschieds, Ort des „Warum“ aber auch Ort der Begegnung, des Trostes, der Einkehr und der letzten irdischen Heimat: auf dem Groß Ilseder Gemeindefriedhof, dessen Pforten sich zum ersten Mal vor 100 Jahren öffneten, finden aktuell 809 Verstorbene ihre letzte Ruhestätte.

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Der Memoriam-Garten auf dem Friedhof Groß Ilsede.

Quelle: uj

Als „Fried“-Hof galt einst ein um-„friedeter“ Bereich um die Kirche. In Groß Ilsede, so ergibt sich aus der aktuellen Ortschronik, habe sich bereits 1911 eine Überbelegung des Kirchengeländes abgezeichnet. Der damalige Ilseder Gemeinde-Ausschuss war bereit, einen Friedhof einzurichten und in die Verwaltung der evangelischen Kirchengemeinde zu geben - die katholische Gemeinde verfügte nämlich über einen eigenen Friedhof.

Symbolträchtig öffnete am Ostersonntag 1916 die neue Anlage mit einem Gottesdienst, und der bisherige Friedhof wurde geschlossen. Allerdings vergingen zwei Weltkriege, bis auch die Friedhofskapelle erbaut und am Totensonntag 1952 dort der erste Gottesdienst gefeiert wurde. Für die Verwaltung des 18 750 Quadratmeter großen Areals mit dem hohen Baumbestand ist bei der Gemeindeverwaltung Ilsede derzeit Claudia Müller zuständig. Sie bestätigt „einen Trend zur Urnenbestattung“ und diverse Anfragen nach einer letzten Ruhestätte im kürzlich angelegten „Memoriam-Garten“. Er galt im vergangenen Herbst als Niedersachsens dritte und im Peiner Land als die erste „gärtnergepflegte Grabstättenanlage innerhalb eines Memoriam-Gartens“ für Erd- und Urnenbestattungen.

Bevorzugt würden aber auch Bestattungsmöglichkeiten unter einem der großen Bäume des Friedhofs gewünscht, um die jeweils etwa 16 Urnengräber angelegt werden. Außerdem würden solche Begräbnis-Möglichkeiten auch in sogenannten Baumgruppen angeboten.

„Baum oder Baumgruppe können frei gewählt werden“, erklärt die Sachbearbeiterin, bei der Zuteilung der dortigen Grabstelle ginge es allerdings satzungsgemäß „nach der Reihe“. Von den 29 Bestattungen des vergangenen Jahres auf dem Groß Ilseder Gemeindefriedhof erfolgten 25 als Urnenbeisetzung.

Neben den unterschiedlichen administrativen Aufgaben der kommunalen Friedhofsverwaltung - Müller ist auch für die sechs weiteren Friedhöfe der Gemeinde Ilsede zuständig - habe die Planung einer würdevollen Beisetzung für sie stets höchste Priorität.

So verlässt sich Müller nicht allein auf die virtuelle Planung einer Grabstelle am Computer-Monitor, sondern vergleicht die Zuteilung auch noch mit entsprechenden Zeichnungen auf Papier. Eine makabere Verwaltungsarbeit? „Nein“, sagt sie und ihr Lächeln verschwindet für einen Moment: „Diese Arbeit für die Verstorbenen und deren Angehörige empfinde ich als besonders wertvoll!“ Dabei erinnert sie sich an den bewegenden Besuch eines Kunden, der ihr zu Beginn des Gespräches seine sehr eingeschränkte verbleibende Lebenserwartung nannte, sich selbst seine Grabstelle aussuchte und schon drei Wochen später brauchte. „Das wühlt schon sehr auf.“

uj

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