Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Tüftler mit Kraftwerk im Schuppen

Ölsburg Tüftler mit Kraftwerk im Schuppen

Ölsburg. Er kann es einfach nicht lassen: Einen patentierten Wärmetauscher hat er bereits erfunden, bei der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vor zwei Jahren gab der er den Ingenieuren vor Ort immer wieder wertvolle Tipps (PAZ berichtete). Hermann Fricke aus Ölsburg ist ein echter Tüftler aus Leidenschaft. Der neueste Clou des 76-Jährigen: Er produziert seinen eigenen Strom.

Voriger Artikel
Belgischer Besuch in Ilsede und Peine unterwegs
Nächster Artikel
Jörg Schwahn ist König der Könige 2012

Der Ölsburger Hobby-Tüftler Hermann Fricke im Herzen seines Kraftwerks.

Quelle: mu

„Waschmaschine, Kühlschrank, Toaster und Fernseher - all das läuft mit meinem eigenen Strom“, erklärt der Ölsburger Hermann Fricke und verschränkt stolz die Arme vor seinem Oberkörper. „Immerhin zwischen vier und fünf Kilowattstunden pro Tag.“ Das besondere der Anlage: Der Tüftler hat sich nicht einfach eine Solaranlage auf das Hausdach setzen lassen, sondern zusammen mit seiner Frau Martha die komplette Anlage selbst entwickelt und gebaut.

Herzstück des „Kraftwerks Fricke“ sind 25 Autobatterien, die der Hobbyerfinder und langjährige Lokführer der Verkehrsbetriebe Peine-Salzgitter akkurat verkabelt in seinem Schuppen aufgereiht hat. Diese werden durch ein Solarmodul und ein kleines Windrad immer wieder aufgeladen. Vom Schuppen führen verschiedene Kabel ins Haus und versorgen die Elektrogeräte mit Strom. „Das ist aktiver Umweltschutz - und ich brauche keinen Atomstrom“, sagt Fricke.

Seit 2009 hat der Ölsburger an der Anlage gewerkelt, seit kurzem ist sie nun in Betrieb - und hat anscheinend schon Nachahmer gefunden. „Einige Ingenieure haben sich die Konstruktion bereits angeschaut und wollen sie nachbauen“, sagt der 76-Jährige. Es wäre nicht die erste Idee des Ölsburger, die weite Kreise ziehen würde. Vor Jahren hatte der Hobby-Tüftler einen umweltfreundlichen Ofen entwickelt, wenig später kaufte die namhafte Herstellerfirma Hark die Rechte an der Entwicklung und fertigte aus diesen Ideen den „Hark-57-WW“.

Eine weitere Idee des Ölsburgers hat möglicherweise sogar tausenden Tieren im Golf von Mexiko das Leben gerettet. Während der großen Ölkatastrophe 2010 hatte Fricke immer wieder Kontakt zu den Ingenieuren vor Ort, stellte ihnen seine Pläne vor, wie das geborstene Bohrloch verschlossen werden könnte. „Manchmal haben Leute von außen ja die besseren Ideen“, sagt der Hobby-Tüftler und ist sich sicher, dass seine Pläne geholfen haben: „Nachdem ich meine letzte Ideen-Skizze geschickt hatte, war das Bohrloch nach fünf Tagen verschlossen.“

Schon während seiner Berufszeit hat der Ölsburger immer wieder mit Verbesserungsvorschlägen geglänzt - vor allem bei der Funksteuerung der Stahlzüge. Dokumentiert sind diese Geschichten eindrucksvoll in dem Buch „Ich fuhr den letzten Roheisenzug“ von Autor Carsten Watsack. Dabei ist Fricke diese öffentliche Anerkennung eher unangenehm. „Das brauche ich alles nicht, ich tüftele einfach gerne“, sagt der 76-Jährige. „Das macht Spaß und hält die grauen Zellen auf Trab.“

mu

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Bombendrohnung in der Peiner City
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung