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Tuberkulose-Fall in Ilsede: Mediziner ruft zur Besonnenheit auf

Ilsede Tuberkulose-Fall in Ilsede: Mediziner ruft zur Besonnenheit auf

Ilsede. Nach dem Auftreten eines Tuberkulose-Falls in einer Ilseder Kita (PAZ berichtete) hat sich der behandelnde Kinderarzt Arno Grote aus Ilsede in einem offenen Brief an alle betroffenen Eltern gewandt. Darin ruft er zur Besonnenheit auf und wirbt um Vertrauen in das medizinische Fachpersonal. Der Landkreis Peine als übergeordnete Behörde sieht in dem Brief eine wichtige Ergänzung der eigenen offensiven Öffentlichkeitsarbeit in diesem Fall, teilte Kreis-Pressesprecher Henrik Kühn mit.

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So berichtete die PAZ am Sonnabend über den Tuberkulose-Fall.

„Seit etwa einer Woche werden in Ilsede bei bestimmten Kindern im Krabbel- und Kindergartenalter, die eventuell mit dem Erreger in Kontakt gekommen sein könnten, Untersuchungen auf eine Tuberkulose-Infektion durchgeführt“, erklärt Grote. Bislang konnte demnach eine manifeste Erkrankung innerhalb einer Familie festgestellt werden, derzeit findet eine Umgebungsuntersuchung durch das Gesundheitsamt statt. „Ich bitte darum, die Erkrankten nicht sozial auszugrenzen - diese haben sich umgehend behandeln lassen. Niemanden trifft eine Schuld an dieser unwissentlich erworbenen Erkrankung“, erklärt der Mediziner weiter.

Mehr als 60 Kinder sollen auf eine mögliche Infektion untersucht werden - die Auswertung der Tests benötigt jedoch eine gewisse Zeit, weshalb es zu Verzögerungen kommen kann. „Zu unterscheiden ist zwischen einer Infektion und einer manifesten Erkrankung - in 90 Prozent der Fälle einer Infektion gelingt es dem Körper nämlich, eine Erkrankung zu verhindern“, sagt Grote. Da eine Erkrankung bei Kindern jedoch besonders heftig verlaufen kann, gelten Kleinkinder unter fünf Jahren von vornherein als Risikopatienten.

Für alle Kontaktpersonen bis fünf Jahre wird daher eine Chemoprophylaxe mit dem Medikament Isoniazid für drei Monate empfohlen, selbst wenn alle Tests und das Röntgenbild der Lunge keine Erkrankung anzeigen. Für Kontaktpersonen mit positivem Test (Hauttest oder Bluttest) wird zusätzlich als zweites Medikament Rifampicin für drei Monate empfohlen. „Man spricht bei einem positivem Test von einer Chemoprävention, um bei Vorliegen einer latenten Tuberkulose-Infektion eine Erkrankung verhindern zu können“, erläutert Grote. Erst bei Nachweis einer manifesten Erkrankung erfolgt dann eine Behandlung mit drei oder vier Medikamenten gleichzeitig. „Jetzt spricht man im Fachjargon von Chemotherapie, damit ist hier eine umfassende antibiotische Behandlung gemeint, kein Hinweis auf eine Krebstherapie“, betont der Mediziner. Bei Kindern über fünf Jahren erfolgt übrigens keine umgehende Behandlung, erst bei positiver Testung.

„Da die Medikamente Isoniazid und Rifampicin nicht harmlos sind, sollten während der Behandlung regelmäßig Blutkontrollen nach zwei, vier und acht Wochen erfolgen“, erklärt Grote und ruft betroffene Eltern auf, ihr Kind behandeln zu lassen: „Lieber jetzt mit einer kurzen Maßnahme eine ernsthafte Erkrankung des Kindes vermeiden helfen, als bei positivem Nachweis mit Zeitverlust dann doch eine langwierige Behandlung erkaufen zu müssen.“

mu

  • Weitere Infos gibt das Gesundheitsamt Peine auch unter der Telefonnummer 05171/4017001.
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