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Tipp: Jüdisches Leben in moderner Gesellschaft

Ilsede Tipp: Jüdisches Leben in moderner Gesellschaft

Ilsede. Die Zeit im Januar mit den langen Winterabenden wird gern genutzt, um ein wenig zur Ruhe zu kommen. Ein gutes Buch gehört für viele Menschen dazu. Annerose Neumann, Mitarbeiterin der Kreisbücherei Ilsede, stellt das Buch "Die Hochzeit der Chani Kaufman" von Eve Harris vor.

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Annerose Neumann von der Kreisbücherei Groß Ilsede empfiehlt den Roman „Die Hochzeit der Chani Kaufman“ von Eve Harris.

Quelle: jaw

In Zusammenarbeit mit den Kreisbüchereien in den Gemeinden des Landkreises Peine veröffentlicht die PAZ in loser Folge Lesetipps. Der heutige Beitrag stammt von Annerose Neumann, Mitarbeiterin der Kreisbücherei Ilsede, die das Buch „Die Hochzeit der Chani Kaufman“ von Eve Harris empfiehlt.

„Im nächsten Jahr steht in unserer Familie eine jüdische Hochzeit an. Schon allein deshalb machte mich das Buch unheimlich neugierig“, sagt Neumann.

Zum Inhalt: Wir befinden uns zwar im modernen London, doch das Leben in der ultraorthodoxen jüdischen Parallelgesellschaft ist ein ganz anderes. Und so ist das Buch eine aufschlussreiche Milieu-Studie vor dem Hintergrund von drei Liebesgeschichten. Was ist Liebe? Was ist Freiheit? Wie geht Ehe? Wie geht Glück? Nichts weniger als diese großen Lebensfragen werden in „Die Hochzeit der Chani Kaufman“ behandelt.

Mit der Hochzeit von Chani und dem angehenden Rabbiner Baruch Levy beginnt der Roman. Anschließend entfaltet sich das Leben von Braut und Bräutigam sowie ihrem Umfeld in Rückblenden, die ein paar Monate vor der Hochzeit in London sowie in den 1980er-Jahren in Jerusalem angesiedelt sind.

Die 19-jährige Chani ist die fünfte von acht Töchtern und fühlt sich dementsprechend wenig beachtet. Obwohl sie gar nicht so genau weiß, was sie erwartet, scheint die Ehe ein willkommener Ausweg aus dem tristen Familienalltag mit dem vergeistigten Rabbi Kaufman und seiner Frau Lea. Trotz der Bedenken beider Elternpaare heiraten die jungen Leute, nachdem sie vom Rabbinerpaar Zilberman über ihre religiösen und ehelichen Pflichten aufgeklärt wurden. Nach der Hochzeit soll das junge Paar nach Jerusalem gehen, damit Baruch dort seine Studien an einer angesehen jüdischen Universität fortsetzen kann.

Der Lebensweg der Zilbermans hingegen hat sich in umgekehrter Richtung entwickelt: Sie lernten sich in Jerusalem kennen und gingen nach einem Schicksalsschlag nach London. Aus der lebenslustigen säkularen Jüdin Rebecca wurde die geachtete, doch in ihrer Welt zunehmend unglücklich gefangene Rebbetzin Rivka, die ihren Mann zwar liebt, doch zugleich auch seine zögerliche Art verachtet.

Ihr Sohn Avromi wagt gewissermaßen den Aufstand, als er Hals über Kopf in eine Affäre mit seiner wunderschönen Kommilitonin Shola stolpert - einer Nichtjüdin, die für ihn eigentlich tabu ist. Kann das gut gehen?

  • „Die Hochzeit der Chani Kaufman“ von Eve Harris ist bei Diogenes erschienen (ISBN 978-3-257-30020-8, 16 Euro).
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