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Tagesthemen-Moderatorin Caren Miosga: „Ausschlafen ist der größte Luxus“

Hamburg/Ilsede Tagesthemen-Moderatorin Caren Miosga: „Ausschlafen ist der größte Luxus“

Hamburg/Ilsede. „Ich bin zwei Personen: der Tagesthemen-Mensch und der Zu-Hause-Mensch“, sagt die aus Ilsede stammende ARD-Moderatorin Caren Miosga im Interview mit dem Frauenmagazin Emotion über den Zwei-Wochen-Rhythmus, in dem sie die Tagesthemen moderiert.

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Caren Miosga im Fernsehstudio (links) und bei ihrer Festrede zum 50. Geburtstag des Gymnasiums Groß Ilsede im Sommer dieses Jahres.

„In der Zu-Hause-Woche versuche ich, ganz wenig mit dem Beruf zu tun zu haben. In der anderen Woche treffe ich niemanden außer den Kollegen und meiner Pflanze im Büro“, sagt Miosga. In der Woche als Familienmensch versorge sie ihre drei- und sechsjährigen Töchter. „Dazu kommt das, was sonst liegen bleibt: mich um die Post kümmern, ein neues Bügeleisen kaufen oder mal - das ist der größte Luxus - ausschlafen oder Sport machen“, so die 44-Jährige.

Miosga ist die erste „Tagesthemen“-Moderatorin mit Kindern. Seit sechs Jahren ist sie das Gesicht der Nachrichtensendung. Geschlechter-Klischees scheinen dennoch weiterhin zu bestehen. Seit August dieses Jahres ist Thomas Roth ihr neuer Kollege. „Interessant ist, dass als Tom Buhrow ging, mich im Sender jemand gefragt hat: ‚Wer wird denn jetzt Ihr neuer Chef?‘ Ich habe mich totgelacht! Offenbar wussten weder viele Medienjournalisten noch einige Kollegen in der ARD, dass wir dieselben Verträge haben und beide ‚Erste Moderatoren‘ sind“, erzählt die Historikerin und Slawistin. „Das habe ich Anne Will zu verdanken“, sagt Miosga.

Ihre Vorgängerin Will hatte durchgesetzt, dass beide Moderatoren der „Tagesthemen“ vertraglich gleichgestellt sind - Will war zu Beginn noch „Zweite Moderatorin“ gewesen. Vielleicht sind es auch solche Erfahrungen, die Miosga zu einer Fürsprecherin für die Frauen-Quote gemacht haben. „Offenbar spielt das Geschlecht bislang bei der Jobvergabe doch eine Rolle, denn qualifizierte Frauen kommen oft nicht weiter“, so die Journalistin.

Anders als im beruflichen Alltag, spiele die Politik im Familien- und Freundeskreis keine große Rolle. Mit ihrem Mann, dem Krebsforscher Tobias Grob, spreche sie mehr über Krankheiten, und auch im Freundeskreis würde „erstaunlich wenig“ über politische Themen geredet. „In meinem Umfeld sagen inzwischen viele: ‚Weißte was? Kapier ich nicht, die Finanzkrise.‘ Da kapitulieren Leute, die studiert haben. Und das gibt mir dann schon zu denken“, so Miosga, die während des Studiums als Reiseleiterin in Russland arbeitete.

Um der Politikverdrossenheit zu begegnen, schlägt sie „neue politische Formate“ vor: „Ich würde sehr gern mal - anders als es in einem Format wie den Tagesthemen möglich ist - in Ruhe ein Thema vertiefen und längere, unaufgeregte Gespräche führen.“

Auf dem politischen Parkett ein Profi, bekennt sich Miosga im Interview mit dem Frauenmagazin zu ihrem fehlenden grünen Daumen. „In der Kommunikation mit Pflanzen bin ich zum Beispiel eine Null. Wenn sie traurig sind und den Kopf hängen lassen, weiß ich nie, ob sie jetzt Wasser, Dünger oder Schatten brauchen. Entweder sie sterben aus Vernachlässigung - oder ich pflege sie tot.“

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