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Syrische Flüchtlinge hoffen auf eine Wohnung

Klein Ilsede Syrische Flüchtlinge hoffen auf eine Wohnung

Klein Ilsede. Stefan Ernst hat die drei syrischen Flüchtlinge Hamad Al Jammal (27), Allam Fahd (32) und Ahmed Kealany (38) unter seine Fittiche genommen und sogar eine Wohnung für sie in Klein Ilsede organisiert. Doch die drei Männer, die zunächst in der Ilseder Gebläsehalle untergekommen waren, wurden in den Unternehmenspark in Peine geschickt.

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Stefan Ernst aus Klein Ilsede mit drei syrischen Flüchtlingen

Quelle: mir

Nun hoffen Ernst und seine Schützlinge darauf, dass ihr Antrag, doch die Wohnung in Klein Ilsede beziehen zu dürfen, positiv beschieden wird.Denn die Situation im Unternehmenspark sei nicht einfach, schildern die Drei: „Es ist eine große Halle mit 60, vielleicht 70 Personen, sie schreien und rauchen die ganze Nacht“, sagt Ahmed Kealany auf Englisch. Es gebe keine Erholung, keine Privatsphäre, schildert Hamad Al Jammal. Verschiedene Nationalitäten lebten dort zusammen: „Manche kommen aus guten, manche aus schwierigen Familienverhältnissen“, sagt Kealany. Zum Schlafen brauchen sie Ohrstöpsel.

Alle drei besuchen Deutschkurse der Kreisvolkshochschule, Stefan Ernst unterrichtet die Drei an zwei Nachmittagen in der Woche und bringt ihnen Verhaltensregeln zum Zusammenleben in Deutschland bei. „Zum Beispiel, dass Mann und Frau gleichberechtigt sind“, schildert Ernst, der die drei Syrer erst vor wenigen Monaten bei seiner ehrenamtlichen Arbeit in der Gebläsehalle kennengelernt hat.

Hamad Al Jammal, Allam Fahd und Ahmed Kealany stammen aus der syrischen Stadt As-Suwayda nahe der Gebirgsregion Jabal al-Druze („Gebirge der Drusen“). Sie gehören der religiösen Minderheit der Drusen an (siehe Info). „Sie werden verfolgt“, sagt Ernst.

„Vor dem Krieg hat in Syrien keiner nach Religion gefragt, diese Mentalität ist neu“, erklären die drei Männer. „Wenn man nicht kämpfen will, dann ist da kein Platz für dich“, sagt Hamad Al Jammal, der in seiner Heimat in einem Hotel gearbeitet hat. Allam Fahd war als Psychologe tätig und Ahmed Kealany in einer Unternehmensverwaltung. Alle drei haben ihre Familien zurückgelassen, Ahmed Kealany hat einen einjährigen Sohn, der bei seiner Frau in Syrien geblieben ist. „Wir vermissen unsere Familien sehr, es ist sehr hart“, sagt Kealany, „aber meine Brüder passen auf sie auf.“ Und er macht deutlich: „Niemand möchte seine Familie und Heimat verlassen, aber die Situation in Syrien zwingt uns dazu.“

Zusammen mit Allam Fahd ist er aus Syrien geflohen - sieben Versuche haben sie gebraucht. Über den Libanon, die Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien und Ungarn gelangten sie schließlich nach Deutschland, mehrere hundert Euro wanderten in die Hände von Schleppern. Einen Monat lang waren sie unterwegs, am 9. September erreichten sie Deutschland. In der Gebläsehalle in Groß Ilsede trafen sie Hamad Al Jammal, der sich über die Balkanroute durchgeschlagen hatte.

Die Drei hoffen, dass sie bald in die Wohnung in Klein Ilsede ziehen dürfen. „Die Leute hier sind sehr freundlich und wollen uns helfen“, schildert Hamad Al Jammal. „Wir sind im Haus von Herrn Ernst aufgenommen worden, wie in unserem eigenen.“ Doch nach den Ereignissen der Silvesternacht in Köln hätte sich die Stimmung geändert, die Blicke der Leute seien anders, berichten sie. Ahmed Kealany betont: „Flüchtlinge sind nicht alle gleich. Wer schlecht in Syrien war, ist hier auch schlecht.“

Die ersten Kontakte zu den Dorfbewohnern haben sie schon geknüpft, erst vor Kurzem haben sich die Drei bei der Freiwilligen Feuerwehr vorgestellt. Mit einem Zettel, auf dem sie sich die deutschen Wörter notiert hatten.

„Wir hoffen jetzt, dass die Behörden fix arbeiten“, sagt Stefan Ernst. „Es haben sich schon zwei Leute gemeldet, die Möbel spenden möchten.“ Das Paar Hausschuhe für Stefan Ernst dürfte in der erhofften Wohnung obligatorisch sein.

mir

  • Stefan Ernst weist darauf hin, dass noch weitere, intensiv um Integration bemühte Flüchtlinge in Klein Ilsede eine Wohnung suchen.
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