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Stickerei als „Krafttankstelle“

Ilsede Stickerei als „Krafttankstelle“

Groß Ilsede. Als Helvi Werner während der Schwangerschaft vor zwölf Jahren zur Ruhe und Entspannung dringend ärztlich geraten wurde, wollte die sie trotzdem auf eine interessante Beschäftigung nicht gänzlich verzichten. In einem Peiner Handarbeitsgeschäft wurde sie auf die filigrane Stickarbeit aufmerksam.

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Die Groß Ilsederin Helvi Werner mit ihrem Gesamtwerk. Rechts: Sticken als farbenreiches Geduldsspiel.

Quelle: uj

Groß Ilsede. An kleinen Probearbeiten entzündete sich eine veritable Leidenschaft.

Getüftelt hat Helvi Werner dabei schon immer gern. Tausend-Teile-Puzzles fügt sie beispielsweise in wenigen Stunden zusammen. Und so bereiten ihr auch die bis zu 200 Nadeln gleichzeitig keine Probleme, mit denen sie mitunter arbeitet - je nachdem, welches Ergebnis ihr Rausch aus Farben, Fäden und Stichen nach vielen, sehr vielen Stunden der Konzentration und Präzision haben soll.

„Erst habe ich Gästehandtücher mit kleinen Stickereien versehen“, erzählt sie, später folgten Tischdecken und Kissenbezüge.

„Das wurde mir dann alles zu einfach“, erklärt sie lakonisch und deutet auf eine beachtliche Sammlung von Aktenordnern, prall gefüllt mit großformatigen Stickanleitungen, die final zu bearbeiten wohl eine Lebenserwartung von 400 Jahren voraussetze, wie ihr Mann stets scherzhaft anmerke.

Denn selbst, wenn sich die Stick-Expertin derart in ihre Leidenschaft vertiefe, dass sie bis zu acht Stunden täglich an ihrem mit einer speziellen Tageslicht-Leselupe ausgestatteten Arbeitsplatz verbringe, brauche es bis zu einer Woche, bis eines der insgesamt etwa 81 DIN A 4 großen Teile des Gesamtwerkes fertig gestellt sei.

Als „Krafttankstelle“ bezeichnet die Handarbeiterin ihre Liebhaberei, um in einem Zeitraum der Entspannung zu sich selbst zu kommen. Dabei ist ihr Tagesablauf ähnlich strikt strukturiert, wie ihre hochkomplexen Stickanleitungen: Ab 3 Uhr in der Frühe sitzt die Frau mit der finnischen Kurzform für Hedwig als Vornamen auf dem Fahrrad, um die PAZ pünktlich an den Leser zu bringen.

Später, wenn Ehemann und Kinder ihrem Tagewerk nachgehen, stickt und vernäht sie, was bis zur kompletten Fertigstellung manchmal deutlich mehr als ein Jahr dauert. Zur Unterhaltung dienen ihr dabei übrigens Hörbücher, mit deren Inhalt sie zusätzlich in eine andere Welt gelange, wie sie sagt.

Mit sechsfädigen Grobstichen hält sich Werner längst nicht mehr auf, ihr liegt die zweifädige Filigranarbeit, die ihre Kunstwerke auf den ersten Blick eher wie gemalt wirken lässt. Die Kunst, mit einem einzigen Faden noch feiner zu sticken, bewundert sie an ihren Stickgeschwistern in den USA, mit denen sie via Internet intensiven Austausch pflegt.

Nicht weniger als 465 Farben stehen als offizielle Garn-Palette zur Verfügung - selbstverständlich ist die Enthusiastin auch hier komplett ausgestattet und bestellt umgehend Nachschub, sollte eines der 427 Meter langen Garne aufgebraucht sein.

Während sich zwar die Material-Kosten je nach Aufwand im unteren dreistelligen Rahmen halten, sei der Arbeitsaufwand unbezahlbar. Um ihren Werken schließlich den erforderlichen Glanz zu geben, sei die Künstlerin stets auch an historischen Bilderrahmen interessiert. Wer solche abzugeben habe oder als Stick-Neuling interessiert sei: Anfragen nimmt Helvi Werner per E-Mail entgegen an helvi_werner@web.de.

uj

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