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Stele: Viele Besucher kamen zur Einweihung

Gadenstedt Stele: Viele Besucher kamen zur Einweihung

Gadenstedt. Zum 70. Jahrestag des Kriegsendes wurde am Sonnabend vor der St.-Andreas-Kirche die wiedergefundene Stele zum Gedenken an die sowjetischen Zwangsarbeiter der Ilseder Hütte offiziell eingeweiht.

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Noch erhalten: Das Holzschild des Grabes von Alexei Matschuk.

Quelle: lol

Die feierlichen Ansprachen und die kleine Ausstellung im Gemeindehaus stießen auf reges Interesse.

In die Stele sind in kyrillischer Schrift die Namen von 17 sowjetischen Kriegsgefangenen eingraviert, die während des Zweiten Weltkriegs als Zwangsarbeiter für die Ilseder Hütte eingesetzt wurden und dabei ums Leben kamen. Die Angehörigen slawischer Völker galten nach der Nazi-Ideologie als „Untermenschen”, daher waren ihre Lebensbedingungen in der Gefangenschaft wesentlich schlechter als die der westeuropäischen Häftlinge. „Die Hälfte der sowjetischen Gefangenen starb vor Kriegsende, bei den inhaftierte Franzosen lag die Todesrate nur bei drei Prozent”, so der Historiker Dr. Jens Binner in seiner Ansprache. Die ausländischen Zwangsarbeiter seien durchaus Gesprächsthema in den umliegenden Dörfern gewesen, „ihre schlechte Behandlung war weithin sichtbar”, betonte Binner.

Die Verstorbenen wollte man nicht einmal neben den Deutschen auf dem Gemeindefriedhof beisetzen, stattdessen stellte die Familie von Gadenstedt ein verlassenes Grundstück am Bolzberg zur Verfügung. Bereits im August 1945 wurde die Stele dort aufgestellt, vorher standen auf den Gräbern Holzschilder, von denen nur noch eines erhalten ist. Es ist das von Alexei Matschuk, der 1942 im Alter von 36 Jahren starb, angeblich an einer Herzschwäche. Auch die anderen Zwangsarbeiter, deren Lebensdaten auf der Stele zu sehen sind, starben sehr jung. 1963 wurden die Toten nach Clausthal-Zellerfeld umgebettet. Wie aus den Unterlagen in der Ausstellung im Gemeindehaus hervorgeht, wollte sich die Ilseder Hütte möglicherweise der Grabpflegekosten entledigen.

Der „Initiative Gadenstedter Stele” unter Vorsitz von Wolfgang Klingenberg gelang es im vergangenen Jahr, das seit der Umbettung verschwundene Denkmal ausfindig zu machen. Es lagerte zerbrochen auf dem Bauhof in Clausthal-Zellerfeld. „Von der Groß Lafferder Firma Ritter-Wagner wurde sie kostenfrei restauriert und aufgestellt”, freute sich Klingenberg. Er bedankte sich ebenfalls für die Unterstützung der Heimatgruppe Gadenstedt, des Kreisheimatbundes und der Deutschen Kriegsgräberfürsorge, die durch ihren Kreisvorsitzenden, Landrat Franz Einhaus, vertreten wurde.

Dmitry Burow vom russischen Generalkonsulat in Hamburg dankte den Gadenstedtern im Namen seiner Landsleute für das Wiederaufstellen der Stele.Diese steht nun vor der St.-Andreas-Kirche neben den Gedenksteinen zum Deutsch-Französischen Krieg und zum Ersten Weltkrieg. „Sie ist hier von der Straße aus gut einsehbar und es kamen schon öfter Leute, um sich die Stele anzusehen”, berichtete Pfarrer Norbert Paul abschließend.

lol

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