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Spannende Gespenster- und Spukgeschichten

Bülten Spannende Gespenster- und Spukgeschichten

Bülten. Zum bereits zehnten Mal stellte Friedrich Dreyer am Sonntag in der Bültener Kapelle eine neue CD mit eigenen Text- und Musik-Collagen vor. In seiner Begrüßung erinnerte Manfred Unruh, Vorsitzender des Kulturvereins Ilsede, an jene erste CD im Jahre 2005, auf der Dreyer in einer 80-minütigen Collage über Goethe und die Entstehung der Marienbader Elegie referiert und den entsprechenden Text rezitiert hat.

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Manfred Unruh (links) begrüßte Friedrich Dreyer zu seiner Jubiläumsveranstaltung.

Quelle: rb

Damals, kurz nach seiner Pensionierung, verriet der ehemalige Latein- und Deutschlehrer des Gymnasiums Groß Ilsede gegenüber der PAZ: „Ich habe einfach Spaß an dem spielerischen Umgang mit Medien gefunden.“ Und diesen Spaß in seinem lusorium digitale, seinem digitalen Spielzimmer, hat er sich bis heute bewahrt.

Diesmal hatte er, quasi zur Jubiläumsveranstaltung, Gespenster- und Spukgeschichten ausgewählt. In seiner Einführung sprach Dreyer von dem besonderen Reiz, der von solchen Geschichten ausgehe. „Es sind Erzählungen von den Nachtseiten der menschlichen Natur, dem Dämonischen, dem wir begegnen und das ein Teil unserer eigenen Natur ist. Sie ziehen uns hinab in das dunkle Zwielicht der Schatten und des Grauens“, so Dreyer.

Vier der insgesamt sieben Geschichten seiner CD brachte er dann zu Gehör. Es begann mit dem Gedicht „Auf den Rabenklippen“ von Heinrich Seidel, ein Stück Schauerliteratur, das mit der Tradition des Aberglaubens und der Tradition der Schauerromantik zu verbinden ist. Besonders beeindruckend war dann die Erzählung „Das Bettelweib von Locarno“ von Heinrich von Kleist, wobei der Schlossherr von der unerlösten Seele in den Wahnsinn getrieben wird und schließlich, um sich von der Angst zu befreien, das Schloss in Brand steckt und dabei ums Leben kommt. Die weiteren Geschichten waren die Schauerballade „Der traurige Mönch“ von Nikolaus Lenau sowie „Doktor Saul Ascher“ von Heinrich Heine.

„In früheren Zeiten sind es die Spinnstuben des Mittelalters bei flackerndem Kerzenlicht und die Wohnzimmer mit Kamin und Petroleumlampe in den Bürgerhäusern des 19. Jahrhunderts gewesen, wo die Gespenster- und Spukgeschichten erzählt wurden. Mit der Erfindung des elektrischen Lichts sind nicht nur die Gespenster auf dem Rückzug, sondern auch die Literatur der Gespenster- und Spukgeschichten,“ erläuterte Dreyer.

Dennoch hatte er auch eine ganz moderne Geschichte von Christianna Brand gefunden, „Fast so etwas wie Liebe‘“ aus dem Jahre 1963, die allerdings noch ganz in der Tradition der englischen Gothic Novels steht.

Mit seinen literarischen Vorträgen und seinen CDs hat Friedrich Dreyer eine kleine Fangemeinde gewonnen. Über 30 interessierte Zuhörer waren in der in der Bültener Kapelle erschienen, und sicher wünschen sich alle, dass er auch im nächsten Jahr mit einer neuen CD wiederkommen wird.

rd

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