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Solschener Ex-Pastor bei Begräbniskultur-Messe

Peine / Solschen Solschener Ex-Pastor bei Begräbniskultur-Messe

Solschen. Für den Hospizverein Peine besuchte der ehemalige Pastor Eckehard Fröhmelt aus Solschen vor einiger Zeit die Messe „Leben und Tod“ in Bremen, zugleich ein Fachkongress für Neuerungen in der Hospiz- und Palliativkultur.

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Bremer Messe für Begräbniskultur: Solschens Ex-Pastor Eckehard Fröhmelt hatte sich für den Hospizverein dort umgeschaut.

„Da gab es zum Beispiel eine Urne aus Bio-Pappe, bedruckt mit dem Porträt des Verstorbenen oder einer fantasiereichen Dekoration“, erzählt Fröhmelt. Der Sinn dahinter: Beim Trauergottesdienst und am Begräbnisort solle der verstorbene Mensch noch einmal so persönlich wie möglich in Erscheinung treten. „Während in früheren Zeiten allein die christliche Auferstehungsbotschaft im Zentrum der Beerdigung stand, kommt heutzutage ein Pastor kaum noch um eine Sinn deutende Würdigung des Lebens der verstorbenen Person herum“, so der Solschener weiter.

Auch Grabbeigaben seien inzwischen Normalität geworden. „Überhaupt entwickelt sich die Bestattungskultur unglaublich vielfältig. Seebestattungen und Baumbestattungen sind inzwischen eine Selbstverständlichkeit“, sagt Fröhmelt. „Aber schon werden neue Begräbnisorte ausgeguckt, die mit persönlichen Ereignissen verbunden sind. In Belgien und in den Niederlanden darf sich inzwischen jeder Angehörige die Urne mit nach Hause nehmen und auf die Wohnzimmeranrichte stellen. Was in Asien, in buddhistischen Ländern, selbstverständlich ist, ein lebendiger Ahnenkult, der die Verstorbenen mit ins Leben der Angehörigen nimmt, das greift auch bei uns, bewusst oder unbewusst, immer mehr Raum.“

Auch in Deutschland würden inzwischen immer mehr Urnen (illegal) im Wohnzimmerschrank stehen - Fröhmelt habe es in seiner Zeit als aktiver Gemeindepfarrer mehrfach erlebt. „Vermutlich kann man sich in den Kirchen hierzulande noch gar nicht vorstellen, was eines Tages alles an Bestattungswünschen auf sie zukommen wird. Wer da nicht aufmerksam mit der Zeit geht, an dem zieht die Zeit vorüber“, sinniert der Messebesucher. Mit der Zeit gehen, müsse dabei nicht unbedingt Oberflächlichkeit bedeuten; es gehe vielmehr darum, die Menschen dort abzuholen, wo sie sich befinden in ihrer Trauer.

Und so war auch Eckehard Fröhmelt nach anfänglichem Zögern bereit, einen Sarg zu bemalen, wie es bei der Messe angeboten wurde. „Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es mir regelrecht Freude bereitet hat. Ich habe meine Vorstellung vom Auferstehungslicht aufgemalt. Entscheidend ist mir mein Glaube, das ist meine Konstante. Die Art der Beisetzung kann variabel, vielseitig, sein, solange Beerdigung nicht in Partystimmung ausartet“, erklärt Fröhmelt und fügt nach kurzer Pause nachdenklich hinzu: „Wo steht in der Bibel geschrieben, dass das verboten ist? Sagte nicht Jesus: Der Mensch ist Herr über den Sabbat und nicht der Sabbat Herr über den Menschen?“

mu

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