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Schamanen, Schafe und eine große Portion Glück

Groß Bülten Schamanen, Schafe und eine große Portion Glück

Der Groß Bültener Sebastian Hänsch ist 2004 zusammen mit seiner heutigen Frau Victoria Peruzzi nach Peru ausgewandert, um dort Gemüse und Obst anzubauen und als Landwirt zu leben. Jetzt hat sich Mutter Brigitte Hänsch mit ihrem Mann erstmals von Groß Bülten aus auf den Weg gemacht, um ihre Kinder in dem fernen Land zu besuchen.

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Impressionen der Peru-Reise.

Quelle: oh

Groß Bülten. Das wird Brigitte Hänsch nie vergessen: Während des Besuches bei ihrem Sohn in Peru nahm die Groß Bültenerin an einer Zeremonie mit einem 95 Jahre alten Schamanen teil.

"Dabei wird in Kokablättern gelesen - und der Schamane weiß, wie es einem geht", sagt die 59-Jährige. Außerdem werden entsprechende Kräuter gesucht und daraus in einem großen Topf ein besonderer Tee gekocht. Kurz bevor die Sonne untergeht, muss man dann eine Tasse davon trinken und der Schamane beschwört die Berge und den Himmel. "Das war ein sehr mystisches Erlebnis", erzählt Hänsch noch immer beeindruckt und fügt mit einem Schmunzeln an: "Er hat sogar positive Energie nach Ilsede geschickt."

An einem anderen Tag wurde für die Gäste aus dem fernen Deutschland extra ein Schaf geschlachtet, und gemeinsam mit vielen Freunden der Auswanderer gab es ein großes Festessen. "Viele wollten uns sehen, sogar Raul, der Dorflehrer", sagt die Groß Bültenerin und lacht: "Er wollte mit meinem Mann Trikottausch machen, der hat sein BVB-Trikot aber nicht hergegeben."

Doch die Tage in Peru bestanden nicht nur aus mystischen Ritualen und rauschenden Festen - auch den Alltag erlebten die Groß Bültener hautnah. "Unsere Kinder mussten ja ihre tägliche Arbeit verrichten, sodass mein Mann in der Zeit Bodenfliesen verlegt, ein Regal gebaut und Reparaturarbeiten erledigt hat", erzählt die 59-Jährige. "Sämtliches Material musste dabei in Tragetüchern auf dem Rücken den Berg hoch geschafft werden. Ein Paket Fliesen wog etwa 30 Kilo."

Beschwerlich kann das Leben auch für die Kinder der Gegend sein. Aufgrund der großen Entfernung der einzelnen Anwesen gehen die Mädchen und Jungen teilweise bis zu drei Stunden zu Fuß, um zur Schule zu gelangen. In den örtlichen Schulen wird übrigens kein Englischunterricht angeboten. "Einige Bewohner haben unseren Sohn angesprochen, ob er ihnen Englisch beibringen kann", sagt Hänsch. "Zur Zeit unterrichtet er zwei kleine Gruppen, unter denen auch der örtliche Ingenieur ist. Er bekommt dafür pro Teilnehmer zehn Soles, also etwa drei Euro. Der Ingenieur zahlt zudem das Essen und eine Übernachtung."

Nach drei Wochen überwältigender Erlebnisse begann dann für die Groß Bültener die Rückreise - doch auch die hatte es in sich. "Wir sind mit dem Taxi zweimal in einem Erdrutsch steckengeblieben", erzählt die 59-Jährige. "Mit bloßen Händen musste das Fahrzeug von Geröll und Schlamm befreit werden. Der Blick ging immer nach oben, weil wir Angst hatten, dass ein erneuter Erdrutsch runter kommt." In der beginnenden Regenzeit sind diese Erdrutsche häufig in der Gegend zu beobachten. Oft stürzen Fahrzeuge in den Abgrund und die Insassen kommen zu Tode. "Wir hatten jedoch Glück und sind schließlich wohlbehalten in Groß Bülten angekommen", sagt Hänsch. "Die Erlebnisse dieser Reise werde ich nie vergessen."

mu

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