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PAZ-Serie „Alte Berufe“: Stellmacher waren gefragt

Ilsede PAZ-Serie „Alte Berufe“: Stellmacher waren gefragt

Die Alte Stellmacherei von Jutta Reuting in Gadenstedt ist als Kulturstätte bekannt. Doch der Name erinnert noch immer an das, was das Gebäude einst war: eine Stellmacherei. Letzter Stellmacher war Hermann Thies, Reutings 1995 verstorbener Vater. Der Beruf des Stellmachers ist heute ausgestorben.

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Hermann Thies vor der Stellmacherei in Gadenstedt.

Quelle: oh

„Mein Vater war Jahrgang 1921 und hat die Stellmacherei von seinem Vater von der Pike auf gelernt“, berichtet Jutta Reuting. Er liebte den Beruf sehr und musste doch miterleben, wie seine Kenntnisse und Fertigkeiten immer weniger gefragt waren.

Vor und während des Zweiten Weltkrieges waren Stellmacher noch gefragte Handwerker: Acker-, Munitions- und andere Lastenwagen, die dazugehörige Räder sowie Nutzschlitten und vieles mehr aus deren Werkstätten wurden überall gebracht. In der Stellmacherei in Gadenstedt waren neben dem Meister bis zu drei Angestellte beschäftigt.

„Im Winter 1946/47 entstanden sogar 80 Rodelschlitten, damit die Leute wussten, was sie ihren Kindern zu Weihnachten schenken können“, weiß Reuting aus den Erzählungen ihres Vaters.

Nach dem Krieg begann mit der zunehmenden Motorisierung der Landwirtschaft und der fabrikmäßigen Produktion der Fahrzeuge der Niedergang der Stellmacherei. Das Meisterstück von Hermann Thies war 1953 seine letzte große Arbeit an einem traditionell gefertigten Wagen. Danach stellte er auf Bautischlerei um und betrieb als einstiger Innungs-Obermeister seinen eigentlichen Beruf nur noch als Hobby. So entstanden unter seinen geschickten Hände viele Geschenke, aber auch der Unterbau für eine Drehorgel und vieles mehr.

Doch noch einmal war seine Kunst gefragt: 1983, in einer Zeit, als die Stellmacherei eigentlich nicht mehr gebraucht wurde, bekam er den letzten Großauftrag. Es galt, acht metallfreie Wagenräder für ein Minensuchgerät in der Wüste Libyens zu bauen. „Das war ein echtes Highlight für meinen Vater“, erinnert sich Reuting.

wos

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