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Nach drei Generationen und 65 Jahren verklingt die "Kapelle Zappe"

Ilsede Nach drei Generationen und 65 Jahren verklingt die "Kapelle Zappe"

Ölsburg. „Musik macht zwar nicht satt, aber gute Laune“, müssen sich die Menschen der Nachkriegszeit im Peiner Land gesagt haben - und läuteten damit eine Hochsaison für Unterhaltungsmusiker ein.

1948 beispielsweise ging aus der von Wilhelm Männicke gegründeten Kapelle „8 Karos“ die „Tanzkapelle Wilhelm Zappe“ hervor. Genau 65 Jahre liegt der damalige Gründungstag des sehr erfolgreichen Familien-Ensembles heute zurück.

Nachdem nun auch Pianist Christian Zappe, jüngster Spross der Zappe-Musiker-Dynastie, die Unterhaltungsmusik dem Berufsalltag opfern musste, bleibt Musiker-Witwe Lilli Zappe nur noch die Erinnerung an klangvolle Zeiten in den damals angesagtesten Tanzhochburgen wie dem Peiner Bürger-Jäger-Heim, dem Ölsburger „Gasthaus Kummer“ oder „Brandts Saal“ in Oberg.

Begonnen hatte die musikalische Familientradition mit Lilli Zappes Schwiegervater Wilhelm Zappe, einem begabten Posaunisten, der 1938 seine Ausbildung an der renommierten Musikschule Fritsche in Peine mit hervorragendem Ergebnis absolviert hatte. Seinem 1940 geborenen Sohn Dieter ließ er Geigenunterricht geben. Der damals Zehnjährige wandte sich aber ohne Wissen seiner Eltern lieber der Schlagzeuger-Ausbildung zu - so heimlich das mit diesem Instrument eben möglich ist. Aber bereits als 17-Jähriger war er Mitglied der väterlichen Musiker-Formation - als Schlagzeuger, versteht sich.

Lächelnd erzählt Lilli Zappe von den logistischen Bemühungen ihres späteren Ehemannes Dieter. Zunächst sei er mit seinem Schlagzeug per Fahrrad unterwegs gewesen („große Trommel auf dem Rücken, der Rest auf und am Gepäckträger“). 1967 übernimmt er vom Vater die Zappe-Kapelle, die dann als Trio, Quartett oder Band mit bis zu sieben Musikern auftrat.

Anfang der 1980er Jahre setzt sich die Familientradition fort: Wilhelm Zappe junior, Enkel des Band-Gründers, verstärkt nun vorübergehend die väterliche Truppe mit Gitarre und Perkussion - jener Wilhelm Zappe übrigens, der sich in der Peiner Pop-Szene unter anderem bei „Sound Factory“ und „Tie Break“ einen Namen gemacht hat.

Schließlich stieß auch Nesthäkchen Christian dazu, dessen musikalischer Weg bereits mit vier Jahren über die musikalische Früherziehung zur Klavierausbildung führte. Als Sänger und Keyboarder bildete er später mit seinem Vater das „Zappe-Duo“, eine überaus erfolgreiche und beliebte Formation, die regelmäßig im Peiner Land aufgespielt habe.

„Aus Vater und Sohn wurden so sich gegenseitig schätzende Kollegen und beste Freunde“ sagt Lilli Zappe und tippt mit Wehmut auf Fotografien.

Denn als Dieter Zappe vor fünf Jahren unerwartet verstarb, hielt Sohn Christian als Keyboarder die unterhaltungsmusikalische Familientradition noch aufrecht.

„Nun lebt er schon einige Jahre nicht mehr im Peiner Land und ist beruflich sehr engagiert“, erklärt seine Mutter, sodass die „Zappe-Musik“ in der dritten Generation zwar in den Tanzsälen des Peiner Landes verklinge, nicht aber in ihrer Erinnerung.

uj

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