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Manfred Kühn „richtet“ als Scholar Vögel

Ilsede Manfred Kühn „richtet“ als Scholar Vögel

Bülten. Manfred Kühn aus Wietze ist „Zuchtrichter in Ausbildung“, fachsprachlich „Scholar“, in sprachlich lateinischer Anlehnung an die einst ebenfalls so genannten fahrenden Schüler oder Studenten. Die PAZ hat ihm bei seiner Arbeit bei der Vogelausstellung in Bülten über die Schulter geschaut.

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Quelle: Isabell Massel

Der Unterschied zwischen sogenannten Topmodels und den gefiederten Lieblingen der Peiner Vogelzüchter? Während sich die einen mühsam „schön“ machen müssen, hat die Natur den anderen ihr betörend buntes Federkleid jeweils sozusagen bereits ins Ei gelegt.

Am heutigen Freitag wurden die Schönsten unter den 150 geflügelten Wettbewerbsteilnehmern in den Kategorien Papageien und Sittiche, Kanarien, Exoten und Waldvögel durch spezielle Zuchtrichter „gerichtet“, also auf Perfektion in Gestalt und Farbe beurteilt.

Fachgebiet von Manfred Kühn sind sogenannte Krummschnäbel, also speziell Großsittiche und Papageien. Gemeinsam mit seinem „Lehrer“, dem Zuchtrichter Rainer Ebert, bleiben seinem unbestechlichem Blick nicht die allerkleinsten Schönheitsfehler im bunt-gefiederten Erscheinungsbild verborgen.

Bereits bei so genannten „Fehlfarben“ unter den diversen Kolorierungen und Mutationen kassiert der Züchter Minuspunkte, außerdem werden beispielsweise Gesundheit, Flügelstellung, die Schwanzflügel und die Krallen beurteilt.

Kühn befindet sich derzeit im zweiten Ausbildungsjahr, sein Handwerkszeug ist außer solider Fachkenntnis der sogenannte „Richtstab“, mit dem er den Vogel zur besseren Ansicht auf eine der Sitzstangen seines Ausstellungskäfigs mit den genau vorgegebenen Maßen lockt. „Nur an dieser Stelle kann ich den Vogel ordnungsgemäß beurteilen“, erklärt er.

Allein bis zur Zulassung als Scholar habe der Bewerber einen langen Karriereweg vor sich: „Zunächst muss der Interessent selbst sieben Jahre als Vogelzüchter auf Ausstellungen wie dieser hier Erfolge erzielt haben“, erklärt Ausbilder Ebert. Werde er dann schließlich als „Zuchtrichter in Ausbildung“ zugelassen, folge eine dreijährige praktische und theoretische Ausbildungszeit, die mit einer dreiteiligen Prüfung abgeschlossen werde.

Eine anspruchsvolle Freizeitbeschäftigung, wenn man bedenkt, dass Scholar Kühn sich beruflich als Rettungssanitäter mit der menschlichen Anatomie zu beschäftigen hat. Nach Feierabend betreibt er natürlich selbst eine Vogelzucht, die er, wie die Peiner Vogelzüchter unisono, als „entspannend und mit der Natur im Einklang“ erlebt.

Das allein reiche übrigens aber keineswegs aus, fügt er lächelnd hinzu, denn auch Ehefrau oder Lebensgefährtin müsse das Vogelzuchthobby wenn schon nicht mittragen, so doch zumindest tolerieren. „Wie bei jedem Hobby“, fügt er hinzu und lockt mittels Richtstab das nächste bunte Topmodel in die richtige Position.

Wer sich selbst ein Bild über die gefiederten Preisträger und jene, die es werden wollten, machen möchte: Am Samstag und Sonntag ab 10 Uhr in der Lönsklause in der Lönsstraße in Bülten.

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