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Lesetipp: Roman spielt „Zwischen zwei Meeren“

Ilsede Lesetipp: Roman spielt „Zwischen zwei Meeren“

Groß Ilsede. Zu einem gelungenen Urlaub gehört für viele Menschen ein gutes Buch. Bei der Auswahl der Lektüre möchte die PAZ ein wenig helfen, und so werden in enger Zusammenarbeit mit den Kreisbücherein Lesetipps veröffentlicht. Die heutige Empfehlung „Zwischen zwei Meeren“ von Carmine Abate kommt von Annerose Neumann aus Groß Ilsede.

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„Ein guter Urlaubsschmöker“: Annerose Neumann von der Kreisbücherei Ilsede empfiehlt „Zwischen zwei Meeren“ von Carmine Abate.

Quelle: cob

„Das Cover mit dem kleinen Jungen, der sich diese Riesenmuschel ans Ohr hält und dabei mit geschlossenen Augen glückselig lächelt, lädt zum Träumen ein“, sagt Neumann. Doch ein verträumter oder gar kitschiger Schmöker sei der Roman eines der bedeutendsten zeitgenössischen Autoren Italiens nun wirklich nicht - das werde schon nach wenigen Seiten klar.

Aber was ist es dann? Ein Entwicklungsroman? Ein Familienroman? Eine Liebeserklärung an Kalabrien? Oder doch eher ein Mafia-Thriller?

Ganz einfach: Von allem etwas - und das macht eindeutig den Reiz der Geschichte aus, die man gut an einem lauen Sommerabend auf Balkonien genießen könne - wenn man so viele Gefühlsschwankungen auf einmal vertrage…

Der Roman „Zwischen zwei Meeren“ ist zwischen dem Tyrrhenischen und dem Ionischen Meer, an der Stiefelspitze Italiens angesiedelt. Seit frühester Kindheit reist Florian jeden Sommer mit seiner Familie nach Roccalba, dem Heimatdorf seiner italienischen Mutter. Der in wohlsituierten bürgerlichen Verhältnissen aufwachsende Hamburger Junge schwankt ständig zwischen Abscheu, Gleichgültigkeit und ein wenig Zuneigung gegenüber seiner italienischen Sippe und dem hitzegebeutelten verstaubten Örtchen mit der flegelhaften Dorfjugend.

Doch irgendwie geht auch eine Faszination davon aus, besonders vom Großvater Giorgio Bellusci, den Florian nicht „Nonno“ (Opa) nennen mag. Zu weit entfernt von seinem eigenen Wesen scheint der energische Patriarch zu sein, der mit seiner direkten Art manchen vor den Kopf stößt - und meist von nichts anderem redet, als dem, was er als seine Lebensaufgabe betrachtet: Den „Fondaco del Fico“ wieder aufzubauen, die alte Familienherberge in der einst sogar Alexandre Dumas einkehrte, dessen liegen gebliebene Tagebuchaufzeichnungen der Alte wie ein Heiligtum hütet.

Mit den Jahren reifen nicht nur die Wiederaufbaupläne, sondern auch der etwas phlegmatische, wenig begeisterungsfähige Teenager Florian und mit ihm auch das anhängliche, etwas pummelige italienische Dorfmädel Martina, sodass sich auch noch eine nette Liebesgeschichte entspinnt.

Dann der Schock: Gleich nach Beginn der Bauarbeiten erinnert die kalabrische Mafia, die berüchtigte `Ndrangheta, Giorgio Bellusci eindrücklich daran, wer das Sagen hat…

Auf der Suche nach der eigenen Identität taucht Florian immer tiefer in die Geschichte seiner italienischen und deutschen Familie ein, entdeckt nach und nach interessante Zusammenhänge und findet letztlich im Lebenstraum des Großvaters doch noch seine Berufung.

Das Ende ist dann zwar nicht unbedingt überraschend, aber bei all der vorhergehenden Dramatik lechzt man geradezu nach einem versöhnlichen Ende - sonst wäre es wohl kein guter Urlaubsschmöker.

  • Carmine Abate: „Zwischen zwei Meeren", Aufbau, 233 Seiten (ISBN 978-3-351-03410-8, 9,99 Euro)

wos

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