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Kulturverein Ilsede auf den Spuren von Martin Luther

Ilsede Kulturverein Ilsede auf den Spuren von Martin Luther

Ilsede. Drei volle Tage an Hauptwirkungsstätten Martin Luthers verbrachte jetzt eine 27-köpfige Gruppe des Kulturvereins Ilsede unter der Leitung seines Geschäftsführers Achim Holstein sowie des Luther-Kenners und Pastors i.R. Eckehard Fröhmelt.

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Gruppenbild vor dem Lutherdenkmal in Eisleben.

„Für das ganze Wochenende war Bilderbuchwetter mit strahlend blauem Himmel angesagt - und von Petrus wurde das auch eingehalten“, erzählt Fröhmelt mit einem Schmunzeln. Zunächst ging es nach Eisenach. Dort verbrachte Martin Luther die letzten drei Oberstufenschuljahre von 1498 bis 1501. Die Gruppe besuchte die Georgenkirche, in der Luther als Messdiener wirkte und als Chorknabe sang. „Eisenach ist ein wunderbares mittelalterliches Städtchen, das an jeder Ecke viel an Lutherzeugnissen und schönen restaurierten Häusern zu bieten hat - aber ein Albtraum für Busfahrer darstellt“, sagt Fröhmelt.

Auch ein Abstecher zur berühmten Wartburg durfte natürlich nicht fehlen. Dort verbrachte der Reformator zehn entscheidende Monate seines Lebens, von Mai 1521 bis Ende Februar 1522. „Luthers Schutzherr, der mächtige Kurfürst Friedrich der Weise von Kursachsen, veranlasste, Luther am 4. Mai 1521 ‚vorsichtshalber zu überfallen‘ und auf die Wartburg zu verschleppen“, erzählt Fröhmelt. „Dort ließ er sich die kreisrunde Tonsur, das Kopfhaar, zuwachsen und einen struppigen Bart stehen und übersetzte als ‚Junker Jörg‘ das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche, 1522 als ‚Septembertestament‘ in Wittenberg veröffentlicht.“

Der Besuch auf der Wartburg, der Gang durch den Palas, die Wohnburg des Landgrafen von Thüringen, wurde zu einem ganz eigenen Höhepunkt. Die Gruppe erfuhr viel Neues und frischte Bekanntes auf. „Auf der Wartburg lebte die heilige Elisabeth von Thüringen im 13. Jahrhundert, eine ungarische Prinzessin, die schon mit vier Jahren dem Landgrafen versprochen war. Getraut wurden sie in der Eisenacher Georgenkirche, die Luther so liebte. Weil Luther nach dem Reichstag zu Worms 1521 von Kaiser Karl V. in die Reichsacht verurteilt wurde und damit für vogelfrei erklärt war, lebte er bis zum Lebensende im Februar 1546 in ständiger Lebensgefahr. Was ihn aber nicht hinderte, frisch, fromm und frei das Evangelium von der Rechtfertigung des Sünders allein aus Glauben und barmherziger Gnade Gottes in vielen Schriften zu bezeugen und in unzähligen Predigten landauf, landab zu verkündigen“, so Fröhmelt.

Abends ging es für die Gruppe aus Ilsede für zwei Übernachtungen nach Wittenberg. Von dort aus wurde die Stadt Eisleben in Sachsen-Anhalt besucht. In Eisleben wurde Luther am 10. November 1483 geboren - und in Eisleben starb er für alle überraschend an Herzschwäche am 18. Februar 1546. „Mit seinen Kräften war er total am Ende. Über 4000 Briefe hatte er an die verschiedensten Menschen geschrieben, viele Schriften verfasst und tausende Predigten an vielen Orten gehalten. Und das alles unter hoch belastenden Kutschreisen“, erzählt Lutherkenner Fröhmelt. Eisleben ist dabei auch heute noch eine verwinkelte Kleinstadt, mit vielen sozialen Problemen. Durch das Geburtshaus und das Sterbehaus Luthers und die schmucken Kirchen hat sich jedoch ein beinahe lebenswichtiger Tourismus entwickelt.

Am nächsten Tag besuchte die Reisegruppe den Zentralort der Reformation - Wittenberg. In der Schlossstraße, im Herzen der Stadt, befinden sich alle wichtigen Schauplätze, besonders die Schlosskirche mit der Thesentür zu den 95 Ablassthesen und das Grab Luthers, die Stadtkirche St. Marien, Luthers Predigtkirche und als besonderer Höhepunkt das Lutherhaus, das ehemalige Kloster und Wohnhaus der Familie Luther. „Durch einen leidenschaftlichen Stadtführer wurde der Reisegruppe der unbedingte Zusammenhang von Evangeliumsverkündigung und sozialer Verantwortung nahe gebracht. Glaube und Handeln gehören immer zusammen“, unterstreicht Fröhmelt. „Zudem ist Wittenberg ein gemütliches Städtchen, in dem sich fein essen und trinken lässt, wie schon Martin Luther durch seine liebe Frau Katharina von Bora zu schätzen wusste.“

Er, der Mönch, und sie, die Nonne, begründeten im Juni 1525 das evangelische Pfarrhaus, über Jahrhunderte eine funktionierende deutsche Familientradition und Bildungseinrichtung. Am Nachmittag ging es für die Reisegruppe über Zerbst an der Elbe zurück nach Peine und Ilsede. „Als Lutherschüler waren wir losgefahren, als Luthergelehrte kamen wir nach Hause“, so Fröhmelt abschließend.

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