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Kugelwasserturm-Übernahme: Land traut Stiftung bislang nicht

Ilsede/Lahstedt Kugelwasserturm-Übernahme: Land traut Stiftung bislang nicht

Ilsede/Lahstedt. Trotz vieler Gespräche, Einigungen und der Fusionsbestrebung: Die Zukunft von Ilsedes Kugelwasserturm ist immer noch völlig offen - und die Szenarien reichen von Abriss des denkmalgeschützten Gebäudes bis zu seiner Nutzung als Café. Und das, obwohl sich die auf dem Hüttengelände aktive Stiftung „Industriekultur“ und die Noch-Besitzer des Kugelwasserturms - die Gemeinden Ilsede und Lahstedt - einig sind: Die Stiftung soll neuer Eigentümer des Turms werden, womit die Gemeinden aus der Verantwortung wären. Doch: Die Stiftungsaufsicht des Landes will ihr OK dafür nicht geben. Und das ist für den „Deal“ nunmal nötig.

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Warten auf eine Entscheidung des Landes (v.l.): Turm-Unterstützter Manfred Vorberg, Wilhelm Hilker und Ernst-Christoph Hempel sowie Wilfried Brandes und Hans-Joachim Kloster (Gemeinde Lahstedt).

Quelle: sip

„Das Land muss dieser Zustiftung zustimmen“, erklärte Wilhelm Hilker von der Stiftung Industriekultur beim gestrigen Gespräch mit Kugelturm-Unterstützern, Gemeindeverwaltungen und Presse. Hintergrund: Sollte sich die Stiftung auflösen, fällt das Stiftungseigentum ans Land - weshalb die Aufsicht auch ganz genau hinschaut. „Wir sollen ein Konzept vorlegen, in dem alle Kosten und die Finanzierung genau aufgestellt sind und dann alles auf einen Schlag sanieren. Egal ob die Sanierung nun 1 Million, 1,5 oder 1,7 Millionen Euro kostet, wir können das nicht auf einen Schlag bezahlen, denn wir sind eine kleine Stiftung“, gibt Hilker offen zu. Aber mit einem anderen Pfund wuchern könne die Stiftung, die übrigens eng mit dem Verein „Haus der Geschichte“ zusammenarbeitet. Da reiche ein Blick auf die jüngste Geschichte des Hüttengeländes: Die Stiftung ist auch Eigentümer der Umformerstation, richtet dort ein Museum ein, vermietet die Räume für Feiern. Dafür habe man Schritt für Schritt Fördermittel und Spendengelder eingeworben und diese in das Gebäude investiert. „Wir haben haben hier etwas vorzuweisen, was auch nicht auf einen Schlag entstanden ist“, so Hilker. „Wir haben begründetes Vertrauen, dass uns das beim Turm genauso gelingt“, sagt er. Nach den Sommerferien habe man ein weiteres Gespräch mit den Landesbehörden, die überzeugt werden wollen, bis dahin werde man ein Konzept erarbeiten, kündigt Hilker an.

Die Gemeinden unterstützen das Vorhaben, werden das Geld, was für den Abriss notwendig ist an die Stiftung überweisen - immerhin 70 000 Euro. Sollte es aber nicht gelingen, Hannover zu überzeugen, stehe wieder der Abriss im Raum. „Die Gemeinden dürfen nicht mit der Sanierung finanziell belastet werden“, stellt Ilsedes Bürgermeister Wilfried Brandes klar.

Und die Zeit drängt: „Es gibt Sanierungsmaßnahmen, die sofort erledigt werden müssen, das sehen wir auch“, gibt Hilker zu. Neben losen Einzelteilen müsse vor allem die Standsicherheit gewährleistet werden. Das soll noch dieses Jahr angegangen werden - was auch in Brandes Interesse liegt. Zurzeit seien die Bürgermeister haftbar, sollte etwas passieren. Und auch der Landkreis als Aufsichtsbehörde habe die Sicherungspflicht erneut angemahnt, sagt der Ilseder Bürgermeister.

Weitere Schritte und deren Finanzierung sollen folgen. „Wir brauchen einen Investor, der die Nutzung des Turms, ob als Café, Standesamt oder sonstiges, noch in 20 Jahren garantiert“, betont Hilker. Doch das sei zurzeit noch Zukunftsmusik. Wichtiger seien die nächsten Schritte - und die gehen Gemeinden und Stiftung gemeinsam.

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