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Kräne heben „Filetstück“ aus der Dampfzentrale

Ilseder Hüttengelände Kräne heben „Filetstück“ aus der Dampfzentrale

Präzisionsarbeit und gewaltige Kraft: In Zeitlupen-Tempo wurde gestern das Filetstück aus der Ilseder abrissbereiten Dampfzentrale genommen. Zwei Mobilkräne hoben das 110 Tonnen schwere obere Gehäuse der Ljungströmturbine aus der aufgebrochenen Decke – es soll neben der Gebläsehalle aufbewahrt werden.

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Einmaliger Anblick: Die halb-aufgerissene Dampfzentrale wird „ausgenommen“.

Quelle: cb

Ilsede-Groß Ilsede . Zu hören ist nicht viel. Nur ein leichtes Knarzen der Seile und Ketten und das rauschende Motorengeräusch der riesigen Mobilkräne dringt zu dem verschneiten Damm südlich der Dampfzentrale hinauf. Etwa 20 Schaulustige haben sich dort versammelt, unter ihnen eine Handvoll Hobby- und Profi-Fotografen und Mitglieder des Fördervereins „Haus der Geschichte“. Sie alle beobachten, wie der obere Teil der alten Ljungströmturbine ganz langsam über die Seitenwand der aufgebrochenen Dampfzentrale schwebt – stolze 110 Tonnen wiegt das Gehäuse.

„Na endlich“, sagt Werner Wolters vom Förderverein und reibt sich die kalten Hände. Pünktlich zum Spektakel hatten sich er und weitere Vereinsmitglieder morgens bei der Dampfzentrale eingefunden. Doch bis es losging, vergingen fast zwei Stunden in der klirrenden Kälte. „Ein Trauerspiel ist das“, sagt ein Vereinsmitglied. Jahrelang hatten sie für den Erhalt des blauen Hauses gekämpft, sich aber doch dem politischen Abriss-Beschluss beugen müssen. „Die Aktion sehe ich aber positiv“, sagt Manfred Vorberg vom Verein. „Die Turbine bekommt einen Sonderplatz neben der Gebläsehalle und wird nicht verschrottet.“

Während das 15 Meter lange Turbinenteil langsam aber sicher an zwei Kränen durch die Luft gehoben wird, stellt am Boden vorm blauen Haus ein Arbeiter per Fernsteuerung einen so genannten Selbstfahrer zurecht, ein zwölfachsiges flaches Lastfahrzeug, auf dem die Turbine die wenigen Meter zur Dampfzentrale gefahren wird. Von dort wird sie später von den fahrbaren Mobilkränen wiederum auf den Boden gestellt – die Kräne selbst sind übrigens 450 und 750 Tonnen schwer.

Nur etwa zehn Minuten dauerte das Herausheben, die Vorbereitung dafür aber um so länger. Mit ungezählten faustgroßen Schrauben hatte man die Turbine 1942 an die darunterliegenden Kessel und Kondensatoren geflanscht. Diese Verbindungen waren im Vorfeld der gestrigen Aktion von der Abrissfirma gekappt worden. Gestern morgen mussten die Arbeiter dann nur noch einzelne Rohre mit dem Schneidbrenner zerteilen, damit sie das Turbinenteil ohne Widerstand abheben konnten.

Die unteren Kessel werden ebenso wie die übrigen Dampfzentralen-Teile verschrottet. Bewahrt wird neben der Turbine nur noch die kleinere Maschine – der etwa fünf bis sieben Tonnen schwere Umformer. Wenn das Dach weiter abgedeckt wurde, kann auch er per Kran herausgehoben werden. Diese Arbeiten sind in den anvisierten Abriss-Kosten von 198000 Euro enthalten.

Und auch die Turbine wird noch einmal umgebettet, erklärt Michael Grabsch vom Planungsverband: „Sobald es die Wetterverhältnisse zulassen, lassen wir ein Fundament für die Turbine neben die Gebläsehalle gießen.“

Simon Polreich

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