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„Konnten nicht warten, bis Arbeitsplätze wegfallen“

Ilsede „Konnten nicht warten, bis Arbeitsplätze wegfallen“

Ilsede. „Wir konnten nicht warten, bis der letzte Arbeitsplatz weggefallen war“, blickt Wilfrid Thöne, ehemaliger Gemeindedirektor der Gemeinde Ilsede, auf das Ende des Hüttenbetriebes in den 1990er Jahren in Ilsede zurück. Und so betätigte sich der heute 78-Jährige als „Vorplaner“ des heutigen Gewerbe- und Industriegebietes „Peiner Feld“.

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Wilfrid Thöne, ehemaliger Gemeindedirektor der Gemeinde Ilsede (l.), und Wirtschaftsförderer Wolfram Gnädig haben in alten Papieren geforscht.

Quelle: mir

Tausende Arbeitsplätze schwanden mit dem Ende der Hütten-Ära - alternative Arbeitsplätze durch die Ansiedlung neuer Unternehmen mussten her. „Wirtschaftsförderung war damals für viele noch ein Fremdwort“, schildert Thöne, der gemeinsam mit dem heutigen Wirtschaftsförderer Wolfram Gnädig in Akten und Aufzeichnungen geforscht hat, um die Entstehung des „Peiner Feldes“ noch einmal aufzurollen.

Infrage kam für das Gewerbegebiet eine Fläche westlich der B 444, dort gab es schon eine Straßenmeisterei und auch das Speditionsunternehmen Keunecke, heute Papenburg, hatte dort seine Niederlassung.

Gleisverlegung wurde verworfen

Zunächst musste die Gemeinde dort Ackerland kaufen, denn sie war nicht Eigentümerin der Flächen. Im Laufe der Planungen des fast 20 Hektar großen Gebietes traten immer neue Herausforderungen zutage: So musste das Regenwasser separat behandelt und in ein Regenrückhaltebecken geleitet werden. „Dafür mussten aber die fünf Gleise der Werksbahn unterquert und das Wasser auf der anderen Seite wieder heraufgepumpt werden“, erinnert sich Thöne. Zudem habe es Hochdruckgasleitungen gegeben, die vom Ilseder Hüttengelände zum Hochofenwerk nach Peine führten, die nicht überbaut werden durften. Auch eine Bahngleisverlegung durch das Gebiet sei im Gespräch gewesen, sei dann aber verworfen worden, weil die klein- und mittelständischen Unternehmen keinen Bedarf hatten.

Es gab aber auch erfreuliche Nachrichten: „Das Wirtschaftsministerium kam uns großzügig mit Fördermitteln entgegen“, schildert der ehemalige Gemeindedirektor. Insgesamt rund fünf Millionen DM kostet die 1990 begonnene, zweijährige Erschließung des Gebietes.

Die Speditionen Keunecke und Koberger, die Druckerei Braackmann und das Autohaus Schridde, heute Uhl, seien die „Pioniere“ im „Peiner Feld“ gewesen, schildert Gnädig. Die Spedition Koberger sei einst in Ölsburg ansässig gewesen, mitten im Ort. „Es gab Beschwerden von Anwohnern. Wir haben dazu viele Gespräche geführt und am Ende ist uns die Umsiedlung ins Gewerbegebiet auch gelungen“, erzählt Thöne.

Heute sind in dem Gebiet rund 20 Firmen ansässig - von Autohandel bis Tischlerei mit fünf bis 25 Arbeitsplätzen pro Unternehmen, schätzt Gnädig. Ausgenommen die großen Speditionen, die auf schätzungsweise etwa 80 Arbeitsplätze kommen. Genaue Zahlen gibt es nicht.

Fokus heute auf Hüttengelände

Das letzte gemeindeeigene Grundstück im „Peiner Feld“ wurde vor zwei Jahren verkauft. „Es ist ein Vorzeige-Industrie- und Gewerbegebiet“, sagt der Wirtschaftsförderer, „mit Familien- und Produktionsbetrieben, das ist sehr selten.“ Manche Unternehmen werden bereits in der zweiten, wenn nicht sogar schon in der dritten Generation geführt.

In der Rückschau ist der ehemalige Gemeindedirektor zufrieden mit dem, was im „Peiner Feld“ entstanden ist. „Aber die großen Gewerbesteuerausfälle der Ilseder Hütte, der Möbelwerke, des Bergbaus, die sind nie aufgefangen worden.“

Wenn heute in der Gemeinde Ilsede Unternehmen angesiedelt würden, dann seien es solche aus der Region, sagt Gnädig. Konkrete Erweiterungen in den bestehenden Gewerbegebieten der Gemeinde seien derzeit nicht geplant. Im Fokus heute: Das Hüttengelände. „Auf dem ehemaligen Hochofengelände könnten wir noch Betriebe gebrauchen“, ist sich Thöne sicher.

mir

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